Wirtschaft

Wie krisenfest sind die Banken? 13 deutsche Institute im Stresstest

90 europäische Finanzinstitute müssen sich in diesem Jahr einem Stresstest der Bankenaufsicht unterziehen. Er soll härter ausfallen als der 2010. Und genau deshalb müssen vor allem deutsche Banken bangen. 13 von ihnen werden unter die Lupe genommen.

skyline.jpg

Krisensicher oder krisensicherer? Banken erneut im "Stresstest".

(Foto: picture alliance / dpa)

13 deutsche Banken müssen sich in diesem Jahr dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) unterziehen. Insgesamt überprüfen die Aufseher 90 europäische Banken, die zusammen etwa 65 Prozent der EU-Bankbilanz repräsentieren, wie die EBA bei der Bekanntgabe der betroffenen Kreditinstitute mitteilte. In jedem einzelnen Staat stünden mindestens 50 Prozent der gesamten Bankbilanz auf dem Prüfstand.

Diesmal kommt auf die Banken ein härterer Test zu als 2010. "Wir haben versucht, aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres zu lernen, und haben die Überprüfung bedeutend verschärft", hatte jüngst EBA-Präsident Andrea Enria erklärt. Seine Behörde reagiert damit auf die Kritik an den Überprüfungen von 2010.

Damals waren nur 7 der getesteten 91 Banken durchgefallen. Zwei irische Institute - sie hatten den Stresstest bestanden - mussten wenig später verstaatlicht und vor der Pleite gerettet werden. Irland ist zwischenzeitlich unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft.

Deutsche Banken müssen zittern

Die Tests sollen überprüfen, wie krisenfest die Kreditinstitute sind. Sie werden dazu an ihrem harten Kernkapital gemessen. Dessen Quote muss bei mindestens fünf Prozent liegen, ein Prozentpunkt weniger als 2010. Allerdings waren damals auch Mischformen von Eigen- und Fremdkapital, wie etwa stille Einlagen, erlaubt. Das könnte vor allem deutsche Banken in Schwierigkeiten bringen, weil einige von ihnen einen beträchtlichen Teil ihrer Aktiva nicht einbringen können.

Die EBA koordiniert die Tests gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden, dem Europäischen Ausschuss für Systemrisiken, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission. Noch in der ersten Jahreshälfte sollen die Ergebnisse vorliegen.

Quelle: ntv.de, AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.