Wirtschaft

AB Inbev löscht MännerdurstAnheuser mit Milliardengewinn

31.07.2012, 16:10 Uhr
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Ein Markenzeichen, das fast keiner kennt: AB Inbev ist der weltgrößte Brauereikonzern. (Foto: REUTERS)

In Deutschland zählen Marken wie Beck's und Hasseröder zu Anheuser-Busch Inbev. In den USA ist es Budweiser. Das Geschäft macht der weltgrößte Brauereikonzern aber nicht in den USA oder Westeuropa, sondern vor allem in Lateinamerika. Dort boomt der Bierdurst.

Preissteigerungen und ein deutlich gestiegener Bierabsatz vor allem in den Schwellenländern hat Anheuser-Busch InBev im zweiten Quartal einen Gewinnsprung beschert. Unter dem Strich fuhr der weltgrößte Bierbrauer einen Gewinn von 1,96 Mrd. Dollar ein und damit rund 500 Mio. Dollar mehr als im Vorjahr. Analysten hatten nur auf einen Nettogewinn von 1,79 Mrd. Dollar getippt.

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Beck's ist in Deutschland die bekannteste AB Inbev-Marke.g (Foto: picture alliance / dpa)

Der in Deutschland besonders für Beck's, Franziskaner und Hasseröder bekannte Bierbrauer verfehlte beim vielbeachteten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wegen des schwachen brasilianischen Reals die Zielmarke der Analysten. Hier standen in den Büchern 3,59 Mrd. Dollar nach 3,75 Mrd. Dollar im Vorjahr. Marktbeobachter hatten bei dieser Kennzahl wenigstens mit 3,67 Mrd. Dollar gerechnet. Der Umsatz bröckelte von 9,95 Mrd. auf 9,87 Mrd. Dollar etwas ab.

Schwieriges Europa-Geschäft

Ebenso wie der Umsatz sackte auch der Bierabsatz geringfügig ab. Werden Akquisitionen und Verkäufe herausgerechnet, ging der Absatz um 0,1 Prozent nach unten. Hier belasteten Veränderungen beim Vertrieb auf dem US-Markt. Besonders schwer unter die Räder kamen aber auch die Volumina in Westeuropa, in der krisengebeutelten Region sackte der Absatz um 7,1 Prozent ab.

Neben der verbreiteten Wirtschaftsflaute machte Anheuser-Busch hier auch schlechtes Wetter zu schaffen. Großer Lichtblick war der Norden Lateinamerikas, der um 3,4 Prozent zulegte, während es in Nordamerika um 1,8 Prozent abwärts ging.

Florierendes Lateinamerika-Geschäft

Der im belgischen Löwen beheimatete Getränkemulti - neben Beck's gehören auch Budweiser und Stella Artois zu seinen Marken - verkauft 18 Prozent des weltweiten Bierausstoßes. Dabei ist das Unternehmen sehr profitabel: Fast 30 Prozent des operativen Gewinns der Branche gehen laut Bernstein Securities auf das Konto von Anheuser-Busch.

Momentan beflügelt die starke Nachfrage aus Lateinamerika und Asien nach Premiumbier das Geschäft. In beiden Regionen wächst die erwachsene Bevölkerung stark und auch die verfügbaren Einkommen legen deutlich zu.

Zukäufe, die sich lohnen

Analysten bemängeln aber die starke Abhängigkeit des Konzerns vom US-Markt, der für 50 Prozent des Absatzvolumens steht. In den USA schnallen viele Menschen die Gürtel enger und wenden sich von den etablierten Biermarken ab. Zudem wird das im Vergleich zum Hauptkonkurrenten SAB Miller schwache Standbein in einigen schnell wachsenden Schwellenländern kritisch hinterfragt.

Andererseits erhielt Anheuser-Busch viele Vorschusslorbeeren für Zukäufe in Mexiko. Die Brauerei übernahm die restlichen 50 Prozent von Grupo Modelo SAB, die sie noch nicht besaß, und zahlte dafür rund 20 Mrd. Dollar. Zudem erwarb die Braugruppe die Kontrolle über Cerveceria Nacional Dominicana für mehr als 1 Milliarde Dollar. Die Akquisitionen scheinen sich zu rentieren: In der vergangenen Woche wies der Corona-Hersteller Grupo Modelo ein Plus von 26 Prozent beim Nettogewinn aus.

Der Rivale SAB Miller kommt aber bei den Absatzvolumina offenbar besser vom Fleck. Der britische Konzern verkündete in der vergangenen Woche ein bereinigtes Plus von 5 Prozent im ersten Quartal.

Anheuser-Busch Inbev konkurriert auf dem Weltmarkt mit den Braukonzernen Carlsberg, Heineken, SAB Miller und China Resource.

Quelle: ntv.de, DJ/dpa