Wirtschaft

Unruhe bei ThyssenKrupp Arbeitnehmer befürchten Zerschlagung

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Demonstrierende ThyssenKrupp-Mitarbeiter forderten unlängst eine Zukunft für die Stahlsparte.

(Foto: dpa)

Bleibt ThyssenKrupp als Ganzes erhalten? Der Betriebsrat ist strikt gegen einen Verkauf der Stahlsparte. Die Arbeitnehmervertreter haben auch bereits ihren Hauptgegner ausgemacht: den Finanzinvestor Cevian.

Bei ThyssenKrupp machen die Arbeitnehmer Front gegen eine Zerschlagung des Technologie- und Stahlkonzerns. "Wenn man die Stahlsparte verkauft, wäre ThyssenKrupp als Ganzes gefährdet", warnte Konzern-Betriebsratschef Wilhelm Segerath in Duisburg. ThyssenKrupp ohne die Stahlsparte sei "wie ein Wohnzimmer ohne Sofa". ThyssenKrupp sei als "diversifizierter Industriekonzern gut aufgestellt".

ThyssenKrupp
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Segerath hat vor allem den neuen Anteilseigner Cevian Capital im Verdacht, auf eine Zerteilung des Konzerns hinzuarbeiten. Der schwedische Finanzinvestor sei eine "Heuschrecke", die auf kurzfristigen Gewinn aus sei. Die Arbeitnehmerseite werde genau aufpassen, was der Investor unternehme: "Wir stellen die Antennen hoch."

Cevian hält gut 15 Prozent an ThyssenKrupp. Er will seinen Deutschlandchef Jens Tischendorf in den Aufsichtsrat entsenden. "Die Frage ist jetzt, ob Cevian unter den anderen Anteilseignern Verbündete findet", sagte Segerath. Die Arbeitnehmer würden sich gegen eine Zerschlagung des Konzerns entschieden wehren: "Wenn sie uns an die Wand drücken, wird die ganze Republik von uns hören."

Ein Cevian-Sprecher wollte die Aussagen nicht kommentieren. Der Finanzinvestor hatte sich in der Vergangenheit hinter die Bestrebungen von ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger gestellt, den früher stark auf das konjunkturabhängige Stahlgeschäft fokussierten Konzern stärker auf die Technologiegeschäfte mit Aufzügen oder der Produktion von Anlagen und Autoteilen auszurichten.

Kostensenkungen in der Stahlsparte

Erst Anfang Dezember hatten Beschäftigte in Duisburg gegen Einschnitte in der Stahlsparte protestiert. Die europäische Stahlsparte des Mischkonzerns ist wie die gesamte Branche unter Druck. Den Unternehmen machen Preiskämpfe, Überkapazitäten und die Konkurrenz aus Osteuropa und China zu schaffen.

Hiesinger will die Stahlsparte unter anderem mit Kostensenkungen auf Kurs bringen. Hiesinger hat angekündigt, bei der Tochter in den kommenden Jahren mehr als 2000 Stellen zu streichen. Die Stahlkocher stimmten einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 31 Stunden zu. Im Gegenzug soll es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die europäische Stahlsparte beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, wne/rts