Wirtschaft

Investments in Infrastruktur Auf diese Steine können Anleger bauen

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Es gibt viel zu tun

(Foto: AP)

Donald Trump lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und wird bei den Infrastrukturplänen konkreter. Eine Frage ist, ob sie die marode US-Infrastruktur retten können. Eine andere: Wer profitiert nachhaltig?

Die Infrastruktur der USA ist marode und bedarf mehr als Schönheitsreparaturen. Darüber waren sich die US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump einig, es war eines der Top-Themen im Wahlkampf. Nun hat Trump gewonnen und will mit billionenschweren Investitionen Infrastrukturinvestments anschieben. Vor allem öffentliche Infrastruktur braucht dringend eine Erneuerung. So hat der US-Think Tank "Smart Growth America" ausgerechnet, dass nur etwa ein Drittel der benötigten Mittel zur Erhaltung des amerikanischen Straßennetzes investiert werden, was zur Folge hat, dass das Straßennetz allmählich zerfällt.

Es muss also was passieren. Trump hat bisher angekündigt, die Infrastrukturmisere durch Steuervergünstigungen und eine Infrastrukturbank zu beheben. Letztere soll unabhängig von der Politik sein und Projekte unterstützen, die den größten gesellschaftlichen Nutzen haben. Die Bank könnte die notwendigen Investitionen finanzieren. Dagegen dürften Steuererleichterungen vor allem Anreize für private Investoren bieten, in nicht-öffentliche – zumeist lohnenswerte – Infrastrukturprojekte zu investieren. Straßen und Schulen sind aber nicht allein aus Renditegesichtspunkten zu bewerten. Um sie auf Vordermann zu bringen, sind ausreichend staatliche Investitionen plus deren Finanzierung notwendig.

Unabhängig von den Schwerpunkten einer Trump-Regierung dürften die anstehenden Maßnahmen Unternehmen aus dem Infrastruktursegment begünstigen. Dazu zählen aber nicht nur die üblichen Bauunternehmen, denn das Feld der Infrastrukturinvestments ist wesentlich breiter gefasst. "Aus Anlegersicht betreffen die vielversprechenderen Infrastrukturprojekte, von denen die Baubranche profitiert, die Themen Ausbau des Stromnetztes, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Systeme zur Gewinnung von Energie aus Wasserkraft", so die Analysten der Deutsche Asset Management, dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank, in ihrer jüngsten Studie zu diesem Thema. Anleger sollten daher zwischen den verschiedenen Infrastrukturinvestments unterscheiden.

Es gibt Nachholbedarf

Bisher haben vor allem die Aktien von Bau- und Stahlunternehmen profitiert. So hat einer der weltgrößten Hersteller von Baumaschinen, Caterpillar, seit der Trump-Wahl um fast 20 Prozent zulegen können. Gleichzeitig stiegen die Preise der Industriemetalle kräftig, wie zum Beispiel Kupfer, auch wenn sie zuletzt etwas an Wert eingebüßt haben. Mit ihnen haben auch die Minengesellschaften seit der US-Wahl profitiert. Allerdings hatten sie wie auch viele Industriemetalle in den vergangenen Jahren einen deutlichen Einbruch erlebt. Man darf also gespannt sein, ob diese positiven Entwicklungen auch nachhaltig sein werden, wenn die Pläne zu Infrastrukturinvestments in den USA noch konkreter werden.

Denn auf langfristige Sicht haben sich vor allem Investitionen in Kerninfrastrukturanlagen ansprechend entwickelt. "Kerninfrastrukturunternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass in der Branche hohe Eintrittsbarrieren bestehen und typischerweise stabile Erträge erwirtschaftet werden", sagt Markus Pimpl von Partners Group, der gleichzeitig Fondsmanager eines Kerinfrastrukturfonds ist, der bei der Ratingagentur Morningstar mit der höchsten Auszeichnung im Zehnjahresvergleich bewertet worden ist. Zur Kerninfrastruktur zählen zum Beispiel Flughafenbetreiber, jedoch nicht die Flug- oder Leasinggesellschaften", so Pimpl weiter. Infrastruktur dürfte also über die nächsten Jahre ein großes Investitionsthema bleiben, da auch andere Regionen Nachholbedarf bei Investitionen in ihre Infrastruktur haben – unabhängig von den großen Plänen des neuen US-Präsidenten.

Quelle: n-tv.de

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