Wirtschaft

Aus Insolvenz heraushalten Bafin verschont Wirecard Bank AG

133346877.jpg

Die Wirecard Bank verfügt über eine Vollbanklizenz und darf sämtliche Finanzdienstleistungen anbieten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die konzerneigene Bank wird kein Teil des Insolvenzverfahrens des überschuldeten Dax-Konzerns Wirecard. Die Wirecard-Bank wird laut der Finanzaufsicht organisatorisch und finanziell vom Mutterkonzern abgekoppelt. Ein eigener Sonderbeauftragter überwacht ab sofort die Zahlungsströme.

Die Finanzaufsicht Bafin will die Wirecard Bank davor schützen, in die Pleite der Muttergesellschaft hineingezogen zu werden. "Die Wirecard Bank AG ist nicht Teil des Insolvenzverfahrens der Wirecard AG", teilte der Zahlungsverkehrs-Dienstleister mit. Die Bafin hat einen Sonderbeauftragten für die Bank eingesetzt, der über die Zahlungsströme wacht. Der Wirecard-Vorstand hat damit dort nichts mehr zu sagen: "Die Freigabeprozesse für alle Zahlungen der Bank werden zukünftig ausschließlich innerhalb der Bank und nicht mehr auf Gruppenebene liegen."

Die AG unterliegt anders als die Bank-Tochter nicht der Bankenaufsicht. Die Bank ist allerdings unter anderem beim Vertrieb eng mit dem insolventen Mutterkonzern verflochten, sodass es schwierig sein dürfte, sie aus der Insolvenz herauszuhalten. "Den überwiegenden Teil ihrer Umsätze generiert die Wirecard Bank im Konzernverbund über die Vertriebsstrukturen von Schwesterunternehmen", heißt es im Wirecard-Geschäftsbericht 2018.

Drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung

Die Wirecard Bank verfügt über eine Vollbanklizenz und darf sämtliche Finanzdienstleistungen anbieten. Sie wirbt seit Anfang des Jahres mit einem Zins von 0,75 Prozent für Giro-Guthaben bei ihrer Banking-App "Boon Planet", während andere Institute selbst bei Festgeld kaum noch Zinsen zahlen oder sogar Strafgebühren verlangen. Laut dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsbericht 2018 lagen Ende 2018 Spareinlagen in Höhe von 1,39 Milliarden Euro bei der Wirecard Bank. Die Einlagen sind durch den gesetzlichen Entschädigungsfonds geschützt, der pro Sparer und Kreditinstitut bis zu 100.000 Euro abdeckt.

Zusätzlich ist die Wirecard Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. Inklusive der gesetzlichen Absicherung sind damit 19,7 Millionen Euro pro Einleger geschützt. Die Wirecard AG hatte am Donnerstag einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung angekündigt, nachdem die Kündigung von Krediten im Volumen von 1,3 Milliarden Euro zum Monatswechsel drohte. Eine positive Fortführungsprognose sei damit nicht mehr erreichbar gewesen.

Quelle: ntv.de, jki/rts