Wirtschaft

Klage schlägt ins Kontor Banken verlassen Barclays-Plattform

RTX124QO.jpg

Barclays soll Kunden systematisch hinters Licht geführt haben.

(Foto: REUTERS)

Die britische Großbank bekommt es in den USA mit dem Staatsanwalt zu tun. Wichtige Geldinstitute wie die Deutsche Bank oder Credit Suisse kehren der Handelsplattform von Barclays den Rücken.

Nach der Klage wegen des Vorwurfs der Investorentäuschung ziehen sich einem Zeitungsbericht zufolge erste Banken von der Handelsplattform des britischen Geldhauses Barclays zurück. Dazu gehörten die Deutsche Bank, Credit Suisse und die
Royal Bank of Scotland, berichtete die "Financial Times". Die US-Banken JP Morgan, Goldman Sachs und Morgan Stanley hätten keine Orders mehr in der anonymen Handelsplattform platziert, die zu den sogenannten Dark Pools gehört. Dort sind Transparenz und Gebühren meist geringer sind als an regulierten Börsen.

Barclays
Barclays 1,54

Barclays erklärte, ein Rückgang des Handelsvolumens auf der Plattform habe womöglich technische Gründe. Die Deutsche Bank und Credit Suisse wollten sich nicht dazu äußern.

Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates New York wirft Barclays vor, Investoren systematisch hinters Licht geführt zu haben. Das Institut habe Kunden mit falschen Informationen auf seine Handelsplattform gelockt, wo ihnen Hochfrequenzhändler dann Geld abgeluchst hätten. Außerdem habe die Bank fast alle Handelsgeschäfte über ihre Plattform abgewickelt, um möglichst viel zu verdienen, dabei hätten Barclays-Kunden an anderen Börsen womöglich bessere Preise erzielt.

In den umstrittenen Dark Pools müssen Käufer und Verkäufer ihre Orders nicht publik machen, bevor sie sich auf ein Geschäft verständigt und es abgeschlossen haben. Genutzt werden Dark Pools besonders von institutionellen Investoren, die große Aktienpakete unbemerkt vom Rest der Welt kaufen oder verkaufen wollen.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

Mehr zum Thema