Wirtschaft

"Sorry" für die Libor-Lüge Barclays toppt Erwartungen

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(Foto: Reuters)

Der Skandal um Zinsmanipulationen hält Barclays nicht vom Geldverdienen ab. Die britische Großbank überrascht mit einem überraschend starken Gewinnanstieg. Die eher enttäuschenden Abschreibungen im Investmentbanking gleicht die Bank mehr als aus. Für die Zinsaffäre entschuldigt sich das Management bei Kunden und Aktionären.

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Verwaltungsratschef Marcus Agius: "Es bleiben weiter herausfordernde Zeiten für Barclays."

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Die vom Skandal um den manipulierten Referenzzins Libor gebeutelte britische Großbank Barclays bleibt im laufenden Geschäft weiter auf Kurs. Im zweiten Quartal stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn dank deutlich reduzierter Kosten im Vergleich zum Vorjahr leicht auf knapp 1,8 Mrd. Pfund (rund 2,3 Mrd Euro). Das ist mehr als von Experten erwartet. Zudem lief das Geschäft im Juli besser als im Vorjahr, wie die Bank in London mitteilte.

Wegen der weiter hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten und der sich abschwächenden Konjunktur sei aber Vorsicht geboten. "Es bleiben weiter herausfordernde Zeiten für Barclays und die gesamte Industrie", sagte der derzeit noch amtierende Verwaltungsratschef Marcus Agius.

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Die Zahlen werden aber vom Libor-Skandal überschattet. Agius entschuldigte sich für die Vorfälle der vergangenen Wochen. "Wir entschuldigen uns für die Probleme, die in den vergangenen Wochen aufgetreten sind", erklärte der Verwaltungsratschef. "Wir sind uns bewusst, dass wir unsere Kunden und Aktionäre enttäuscht haben."

Zeit der Erneuerung

Barclays hatte als erstes Geldhaus Manipulationen des Zinssatzes Libor eingeräumt und bekam eine Geldstrafe von fast einer halben Milliarde US-Dollar aufgebrummt. Zudem musste fast das gesamte Top-Management gehen. Die Affäre um den möglicherweise manipulierten Libor-Satz war Ende Juni ins Rollen gekommen, als den Briten von der britischen und der US-amerikanischen Finanzaufsicht sowie vom US-Justizministerium Strafzahlungen in Höhe von 290 Mio. Pfund auferlegt worden waren. Mitarbeiter hatten versucht, den Liborsatz zu beeinflussen - den Zinssatz, zu dem sich Banken untereinander Geld leihen.

Anfang Juli musste dann der Vorstandschef Bob Diamond wegen des Libor-Skandals seinen Hut nehmen. Verwaltungsratschef Marcus Agius hat ebenfalls seinen Rückzug angekündigt, bleibt aber vorerst noch an Bord, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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