Aufregung an den FinanzmärktenBei Bloomberg stehen die Rechner still

Ein globaler Ausfall der Terminals des Finanzdienstes Bloomberg setzt die Märkte vorübergehend auf Informationsentzug. Der Vorfall macht deutlich, wie abhängig die Finanzwelt von ihren wenigen Serviceanbietern ist, denn plötzlich sind Anleger ohne Orientierung.
Ein Ausfall beim Marktdaten- und Nachrichten-Dienstleister Bloomberg hat die Finanzplätze weltweit in Aufregung versetzt. In Online-Netzwerken tauchten am frühen Vormittag erste Meldungen über Probleme auf.
Marktteilnehmern zufolge tat sich zwei Stunden lang weitgehend nichts mehr auf den Bildschirmen. Nachrichten liefen demnach auf den sogenannten Terminals, über die Händler Kurse in Echtzeit ablesen, nur unregelmäßig ein. Kurse zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren seien nicht verfügbar gewesen.
Viele Finanzprofis nahmen das Malheur mit Humor, wie die Reaktionen unter dem Hashtag #BloombergDown bei Twitter zeigten. "Ich verstehe endlich, wie die Kids sich fühlen, wenn Facebook ausfällt", schrieb ein User. "Millionen von Händlern blicken das erste Mal seit Jahren aus dem Fenster", kommentierte ein anderer.
Doch der Vorfall hatte auch ernsthafte Auswirkungen. So musste etwa in London ein Rückkaufgeschäft von Staatspapieren im Volumen von drei Milliarden Pfund (4,2 Milliarden Euro) verschoben werden, wie das "Wall Street Journal" berichtete. "Es kam diesen Morgen zu wilden Szenen auf den Märkten", sagte Analyst Connor Campbell von der Firma Spreadex, über die unter anderem Finanzwetten laufen. Vielen Marktteilnehmern machte die Panne schlagartig bewusst, wie stark sie auf den Service angewiesen sind.
Die genaue Ursache ist noch ungeklärt. Bei erheblichen, aber nicht allen Teilen der Bloomberg-Systeme habe es Unterbrechungen gegeben, teilte der Thomson-Reuters-Konkurrent mit. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass es sich um etwas anderes gehandelt haben könnte als ein internes Netzwerk-Problem. Der Dienst laufe inzwischen bei fast allen Kunden wieder.