Wirtschaft
Der Dreamliner lässt weiter auf sich warten.
Der Dreamliner lässt weiter auf sich warten.(Foto: Reuters)
Dienstag, 18. Januar 2011

Dreamliner lässt auf sich warten: Boeing verschiebt Auslieferung

Der Flugzeugbauer Boeing verschiebt die Auslieferung seinen neuen Langstreckenfliegers 787 Dreamliner erneut. Die Übergabe an den Erstkunden All Nippon Airways werde nun für das dritte Quartal angepeilt, teilt der Airbus-Konkurrent mit. Unterdessen hebt Airbus die Listenpreise an.

Die Fluggesellschaften in aller Welt müssen noch länger auf den neuen Langstrecken-Jet 787 "Dreamliner" von Boeing warten. Der US-Hersteller gab bekannt, dass sich die Erstauslieferung auf das dritte Quartal verschiebt. Das ist mehr als drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan.

Boeing beklagte von Anfang an massive Probleme mit den eingesetzten Verbundmaterialien sowie mit unzuverlässigen Zulieferern. Zuletzt hatte ein Brand in der Bordelektronik einer Testmaschine das gesamte Programm zurückgeworfen. Nun soll die Stromversorgung überarbeitet und eine neue Kontrollsoftware eingespielt werden.

Keine weiteren Enttäuschungen

Boeing will auf jeden Fall neuerliche Enttäuschungen bei den Fluggesellschaften vermeiden. "Wir haben etwas Luft eingeplant", sagte "Dreamliner"-Programmchef Scott Fancher. Vier der sechs Testmaschinen sind bereits wieder flugbereit, die verbleibenden zwei Maschinen sollen in den kommenden Tagen abheben.

Die andauernden Verzögerungen hatten Boeing bereits einen Milliardenbetrag gekostet. Das Ergebnis des abgelaufenen Jahres solle aber nicht nennenswert in Mitleidenschaft gezogen werden, teilte Boeing mit. Der Airbus-Rivale legt seine Bilanz am 26. Januar vor.

Airbus hebt Preise an

Während Boeing mit Terminen kämpft, gab Konkurrent Airbus eine saftige Preiserhöhung bekannt. Der europäische Flugzeugbauer hat die Listenpreise für seine Flugzeuge um durchschnittlich 4,4 Prozent angehoben. Der Preis für das Großraumflugzeug A380 stieg noch deutlicher um rund acht Prozent. Damit kostet das größte Flugzeug im Programm von Airbus nun 375 Mio. Dollar, wie der im französischen Toulouse ansässige Konzern mitteilte.

Notwendige Investitionen in die Produktion sowie der schwache Dollar machten die Anhebungen erforderlich, sagte Airbus-Verkaufschef John Leahy. "Darüber hinaus spiegelt die weitere Preisanpassung der A380 den außergewöhnlichen Wert wider, den dieser Flugzeugtyp im Betrieb für seine Fluggesellschaften generiert und der alle Erwartungen übertroffen hat."

Die Europäer haben im vergangenen Jahr ihre Spitzenposition im Markt für Flugzeuge über 100 Sitze vor Konkurrent Boeing verteidigt. Der US-Konzern erhöhte vor gut einer Woche seine Preise um durchschnittlich 5,2 Prozent. In den seltensten Fällen zahlen Fluggesellschaften aber die Listenpreise, Rabatte sind an der Tagesordnung. Sie richten sich oftmals nach der Größe des Auftrags.

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Quelle: n-tv.de