Wirtschaft

Bahn-Chef Grube bleibt dran Börsengang aufgeschoben

Der teilweise Gang der Deutschen Bahn an die Börse ist zwar nicht vom Tisch, wird sich aber, nach Ansicht von Bahn-Chef Grube, noch mindestens bis 2013 hinauszögern. Trotz eines massiven Einbruchs im Gütergeschäft konnte das Staatsunternehmen im ersten Halbjahr einen Gewinn verbuchen.

Bahn ICEBahnchef Rüdiger Grube rückt wegen der Finanzmarktkrise von den Plänen für einen raschen Börsengang des Unternehmens ab. "Vor 2013 oder 2014 wird es wohl keinen Börsengang geben, das gibt der Kapitalmarkt nicht her", sagte Grube dem "Spiegel". "Der Börsengang ist ja kein Selbstzweck, er soll Geld einspielen, um es dann für nachhaltiges und profitables Wachstum zu investieren. Die Bahn darf jedenfalls nicht unter Wert verkauft werden, auch nicht Teile davon."

Nach früheren Informationen aus dem Unternehmen hatte der neue Konzernchef die Deutsche Bahn zunächst schon 2011 wieder börsenreif machen wollen. Dies bedeutete eine Verschärfung erst im Frühjahr beschlossener Planungen. Im Streit um die Vorgaben hatte kürzlich der Chef der von der Krise besonders getroffenen Güterbahn, Klaus Kremper, seinen Posten aufgegeben.

Schwarze Zahlen im ersten Halbjahr

Nach den Worten Grubes schrieb der Konzern trotz eines Umsatzeinbruchs um rund 25 Prozent im Bereich Transport und Logistik im ersten Halbjahr schwarze Zahlen. "Und das wird uns auch im gesamten Geschäftsjahr gelingen", kündigte er an. Auch im bislang noch relativ stabilen Personenverkehr seien bei einem Anstieg der Arbeitslosigkeit Rückgänge zu erwarten.

Vor einigen Tagen kam aus Unternehmenskreisen die Meldung, dass der Bahn-Umsatz insgesamt im ersten Halbjahr um fast 14 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro einbrach und sich damit im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres noch beschleunigte. Bis Mai sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern bereits um über die Hälfte auf weniger als 500 Millionen Euro zusammengeschmolzen, sagten mit den Zahlen Vertraute. Das Unternehmen legte am 20. August seinen Halbjahresbericht vor.

Quelle: n-tv.de, mme/rts

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