Wirtschaft

"Besser Gläubiger als Schuldner" Brasilien will Europa helfen

2011-12-01T182415Z_01_BSB0043_RTRMDNP_3_BRAZIL.JPG5603426686611176722.jpg

Vom Hilfsempfänger zum Geberland: Guido Mantega (l.) und Christine Lagarde.

(Foto: REUTERS)

Die jahrzehntelange Praxis, Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten über eine nahezu ungezügelte Kreditaufnahme zu finanzieren, verändert nun die machtpolitische Weltkarte. Auf Bitten des Internationalen Währungsfonds erklärt sich die neue Wirtschaftsmacht Brasilien zu erweiterten Kredithilfen für Europa bereit. IWF-Chefin Lagarde fühlt sich "ermutigt".

Das aufstrebende Schwellenland Brasilien ist grundsätzlich bereit, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) im Kampf gegen die europäische Schuldenkrise beizustehen. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega sicherte der IWF-Chefin Christine Lagarde die Bereitstellung zusätzlicher Kredite zu. Lagarde und Mantega waren bei einem Treffen in Brasilia zusammengekommen. Konkrete Zahlen nannte Mantega nicht.

31nx3121.jpg3727741783548409549.jpg

"Diesmal ist der IWF nicht wie in der Vergangenheit gekommen, um Geld zu bringen, sondern um Brasilien zu fragen, ob es Geld leiht."

(Foto: dpa)

"Brasilien ist zur Zusammenarbeit bereit mit zusätzlichen Finanzhilfen", erklärte der Finanzminister der größten Wirtschaftsmacht Südamerikas. "Diesmal ist der IWF nicht wie in der Vergangenheit gekommen, um Geld zu bringen, sondern um Brasilien zu fragen, ob es Geld leiht", sagte Mantega. "Ich ziehe es vor, Gläubiger zu sein als Schuldner."

Um welche Summe es sich handelt und wann die Finanzhilfen gewährt werden sollen, ließ der Minister offen. Die Summe solle in Gesprächen innerhalb der sogenannten BRICS-Gruppe vor dem für Februar geplanten G20-Treffen festgelegt werden. Zu den BRICS-Staaten zählen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

Lagarde reagierte positiv auf die Ankündigung. Sie fühle sich "ermutigt", sagte die WIF-Chefin. Brasilien sei durch seine derzeitige Finanzlage "ziemlich immun und geschützt gegen die internationale Krise". Lagarde hatte zuvor auch Präsidentin Dilma Rousseff getroffen. Brasilien war die letzte Station von Lagardes Lateinamerika-Reise. Zuvor war sie in Peru und in Mexiko.

Quelle: n-tv.de, dpa

Mehr zum Thema