Wirtschaft

Bayer und Lanxess steigen aus Chemieparkbetreiber Currenta verkauft

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Auch am Bayer-Stammsitz in Leverkusen hat Currenta einen Standort.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für eine Milliardensumme trennen sich die beiden Chemiekonzerne Bayer und Lanxess von ihren Anteilen am Chemieparkbetreiber Currenta mit mehreren Standorten in NRW. Käufer ist die australische Bank Macquarie.

Der Chemieparkbetreiber Currenta geht an die australische Bank Macquarie. Bayer und Lanxess verkaufen ihre Currenta-Anteile an die Infrastruktur-Investmentgesellschaft Mira von Macquarie, wie beide Unternehmen mitteilten. Bei dem Deal wird Currenta inklusive Schulden mit 3,5 Milliarden Euro bewertet.

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Bayer hält an Currenta 60 Prozent, der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess 40 Prozent. Das Unternehmen ist Betreiber des so genannten Chemparks mit Standorten in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen und beschäftigt rund 3200 Mitarbeiter. Bayer hatte Ende 2018 angekündigt, sich von seinem Anteil an Currenta trennen zu wollen..

Bayer hatte Insidern zufolge seinen Anteil eigentlich der früheren Kunststoff-Tochter Covestro verkaufen wollen, beide Seiten konnten sich aber nicht auf eine gemeinsame Bewertung einigen. Covestro ist neben Lanxess, ebenfalls eine Abspaltung von Bayer, der größte Currenta-Kunde. Lanxess-Chef Matthias Zachert hatte noch auf der Hauptversammlung im Mai erklärt, den Anteil an Currenta behalten zu wollen. Er schließe zwar nichts aus, aber als Eigentümer sei das Unternehmen weiter in die strategische Ausrichtung seines Dienstleisters einbezogen.

Offenbar hat Macquarie aber mit seiner Offerte überzeugt. Der Anteil von Lanxess wird nach nach Abzug von Schulden mit etwa 780 Millionen Euro vor Steuern bewertet. Durch den Verkauf erhalte Lanxess "zusätzlichen finanziellen Spielraum, um unseren Wachstumskurs in der Spezialchemie voranzutreiben", erklärte Zachert.

Zusicherungen von Mira

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Als einer der Hauptkunden von Currenta will der Spezialchemiekonzern Mira in der Übergangsphase operativ unterstützen und seine Beteiligung noch einige Monate länger halten als Bayer. Während die ehemalige Mutter den Abschluss ihres Teils der Transaktion im vierten Quartal erwartet, rechnet Lanxess mit Ende April 2020. Mit Mira habe man sich auf zunächst zehnjährige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für die drei Standorte Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen verständigt, wo Lanxess einen wesentlichen Teil seiner weltweiten Produktionsanlagen betreibt.

Mira sicherte zu, den Geschäftsbetrieb von Currenta ohne Restrukturierung oder geplante Veränderungen der bestehenden Belegschaft fortzuführen. "Wir haben uns verpflichtet, in den ersten drei Jahren keine Unternehmensteile zu verkaufen", sagte Mira-Deutschland-Chef Hilko Schomerus. "Wir sind von dem integrierten Modell der Currenta-Gruppe überzeugt und halten daran langfristig fest." Currenta sei ein risikoarmes Investment mit einer angemessenen Rendite. "Wir gehen von einer Haltedauer von zehn bis zwölf Jahren aus."

Zusätzlich trennen will sich Bayer von seinem Tiermedizingeschäft. Vorstandschef Werner Baumann rechnet dafür mit einer Entscheidung bis Jahresende. Insidern zufolge wird ein Zusammenschluss der Sparte mit dem US-Rivalen Elanco erwogen. Die Verkaufspläne sind Teil eines umfangreichen Umbaus, der weltweit rund 12.000 Arbeitsplätze bei dem Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern kosten wird.

Quelle: n-tv.de, bad/rts

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