Nach illegalen SubventionenCyprus Airways stellt Betrieb ein

Nun ist Cyprus Airways Geschichte: Weil die EU-Kommission die Rückzahlungen von mehr als 100 Millionen Euro illegaler Staatshilfen fordert, streicht die Fluglinie die Segel. Etwa 500 Mitarbeiter sind betroffen - Reisende müssen auf andere Linien ausweichen.
Die kleine zyprische Fluglinie Cyprus Airways ist nach knapp 68 Jahren geschlossen worden. Dies teilte das zyprische Finanzministerium mit. Reisende der Cyprus Airways sollen mit anderen Fluglinien weiter befördert werden, hieß es in einer Erklärung des Finanzministeriums. Von der Schließung der Fluglinie mit sechs Maschinen sind etwa 500 Mitarbeiter betroffen.
Zuvor hatte die EU festgestellt, dass die Regierung in Nikosia die Fluglinie illegal subventioniert hatte - und die Rückzahlung von 103 Millionen Euro Staatshilfen gefordert. Da die defizitäre Cyprus Airways dies nicht könne, müsse sie schließen, berichtete das Staatsradio (RIK) unter Berufung auf das Finanzministerium.
Laut EU-Kommission habe die finanzielle Unterstützung für die Umstrukturierung der staatlichen Airline dieser einen "ungerechtfertigten Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern verschafft". Brüssel zufolge bestand "keine realistische Aussicht darauf, dass Cyprus Airways künftig ohne weitere staatliche Unterstützung rentabel sein könnte".
Auszahlungen von Hilfsgeldern entgegen EU-Recht
Unternehmen dürften "sich nicht auf das Geld der Steuerzahler verlassen, um sich künstlich am Markt zu halten", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Zyperns Regierung hatte zuvor bereits gewarnt, dass die Gesellschaft womöglich schließen müsse, wenn Brüssel die Rückzahlung der Hilfen verlange.
Cyprus Airways hatte wiederholt Hilfen des zyprischen Staates erhalten: Im September 2007 hatte die Kommission noch eine Unterstützung von 95 Millionen Euro für die Umstrukturierung genehmigt. 2012 vollzog Zypern zudem eine Kapitalerhöhung bei dem Unternehmen und meldete weitere Rettungshilfen an. Diese wurden entgegen dem EU-Recht teilweise ausgezahlt, ohne das grüne Licht aus Brüssel abzuwarten. Im Oktober 2013 erfolgte ein erneuter Antrag auf Umstrukturierungsbeihilfen von 103 Millionen Euro.
Nach EU-Recht darf ein Unternehmen aber nur einmal in zehn Jahren Umstrukturierungsbeihilfen erhalten. Die Kommission erklärte, Zypern habe nicht nachweisen können, dass Cyprus Airways "mit außergewöhnlichen und unvorhersehbaren Umständen zu kämpfen hatte, die eine Ausnahme von diesem Grundsatz rechtfertigen würden". Der zyprische Staat hält 93,67 Prozent an Cyprus Airways.