Wirtschaft

Engpass beim "Champagner-Tee" Darjeeling-Pflücker lassen Arbeit ruhen

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(Foto: dpa)

Teetrinker müssen in den kalten Wintermonaten auf Darjeeling verzichten. Denn während der "Champagner unter den Tees" die Felder überwuchert, weigern sich die Pflücker ihn zu ernten. Dahinter steckt eine politische Agenda.

Liebhaber von Darjeeling-Tee weltweit müssen womöglich in nächster Zeit auf das erlesene Getränk verzichten. Die Plantagen in der nordostindischen Region Darjeeling überwuchern, weil die Pflücker streiken. Dabei geht es ihnen nicht etwa um ihre Arbeitsbedingungen, sie werden vielmehr getrieben vom politischen Wunsch nach Autonomie.

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Im Juni 2017 gab es bei Protesten der Gorkha-Pflücker sogar Tote.

(Foto: REUTERS)

Deshalb herrscht in dem Bezirk des Bundesstaates Westbengalen seit Mitte Juni ein Generalstreik. Angehörige der nepalesischstämmigen Minderheit der Gorkha wollen damit ihrer Jahrzehnte alten Forderung nach einem eigenen Bundesstaat namens Gorkhaland Nachdruck verleihen. Die Pflücker aller 87 Teegärten, aus deren Pflanzen der "Champagner unter den Tees" gewonnen wird, beteiligen sich an dem Streik.

"Darjeeling" ist eine geschützte geografische Angabe - nur Tee aus der Region darf den Namen tragen. Von den rund 8500 Tonnen Darjeeling, die normalerweise pro Jahr geerntet werden, importierte Deutschland nach Angaben des Deutschen Teeverbands in Hamburg im vergangenen Jahr knapp 700 Tonnen. Davon wurde rund die Hälfte weiter exportiert.

Das ökonomische Ausmaß durch den Ausfall ist derzeit nicht absehbar, da es schlichtweg keine neue Ware gibt. Insgesamt konnten 2017 bislang nur etwa 30 Prozent der üblichen Jahresmenge geerntet werden, wie der Generalsekretär des Teeproduzenten-Verbands "Darjeeling Tea Association", Kaushik Basu, erzählte. Dabei wird es wohl auch bleiben. Eine weitere Ernte in diesem Jahr erwartet Basu jedenfalls nicht, zumal es bald kälter wird. Allerdings gibt es derzeit noch Vorräte, erzählt Basu. "Aber in den ersten paar Monaten 2018 könnte uns ein Engpass treffen."

Vorräte gehen in den nächsten Monaten aus

Auslöser der jüngsten Proteste der Gorkha waren Pläne der Westbengalen-Regierung, Bengalisch-Unterricht in allen Schulen zum Pflichtfach zu machen. Im Juni kam es deshalb schon zu Todesfällen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften. Seitdem blieben die Geschäfte geschlossen, auch der sonst rege Tourismus bleibt in der pittoresken Himalaya-Region aus. Der Umsatz der Teeindustrie in Darjeeling, der normalerweise fünf Milliarden Rupien (etwa 65 Millionen Euro) pro Jahr beträgt, werde um 70 Prozent einbrechen, prognostiziert Basu.

Die drei Haupt-Ernteperioden des Jahres zwischen März und Oktober bringen jeweils unterschiedlich schmeckende "Flush"-Varianten hervor. Die Vorräte an "Second-Flush"-Darjeeling werden den deutschen Teehändlern je nach Kaufverhalten der Konsumenten voraussichtlich zwischen Dezember und April kommenden Jahres ausgehen. Danach wird die Sorte wohl erst wieder im Herbst 2018 in Geschäften verfügbar sein.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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