Wirtschaft

Im Schnitt 365.000 EuroDax-Aufsichtsräte bekommen mehr Geld

11.11.2014, 21:17 Uhr
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Top-Verdiener unter den deutschen Aufsichtsräten: Ferdinand Piëch. (Foto: picture alliance / dpa)

10.000 Euro mehr als im vergangenen Jahr bekommen die Dax-Aufsichtsräte im Schnitt 2014. Klingt viel, ist aber weniger als in den Jahren zuvor. Die Zeit der ganz großen Sprünge ist nämlich vorbei.

Die Chefaufseher der deutschen Großkonzerne dürfen sich einer Studie zufolge in diesem Jahr über eine knapp vier Prozent höhere Vergütung freuen. Nach einer Hochrechnung der Unternehmensberatung Towers Watson bekommen die Aufsichtsratsvorsitzenden der 30 Dax-Unternehmen 2014 im Durchschnitt 365.500 Euro nach 352.400 Euro im Vorjahr.

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Nach Verdienst die Nummer zwei: Paul Achleitner. (Foto: picture alliance / dpa)

Doch längst nicht alle 30 Chefs der Kontrollgremien bekommen für ihre Tätigkeit mehr Geld überwiesen: Nach den Angaben erhalten vier Aufsichtsratschefs so viel wie im Vorjahr, für sieben sinkt die Gesamtvergütung sogar um durchschnittlich sechs Prozent. Zudem ist die Spannbreite bei den Bezügen immens: Top-Verdiener ist erneut der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch, dessen Arbeit mit 1,2 Millionen Euro honoriert wird. Mit einigem Abstand folgen Deutsche-Bank-Chefaufseher Paul Achleitner (900.000 Euro), Siemens-Oberkontrolleur Gerhard Cromme (587.000) und Joachim Milberg von BMW. Mit aufs Jahr gerechnet 97.800 Euro erhält Wolfgang Büchele vom Pharma- und Chemiekonzern Merck am wenigsten (seit Mai im Amt).

Das Plus fällt nach der Prognose deutlich geringer aus als im Schnitt der vergangenen acht Jahre, als die Bezüge jährlich um acht Prozent stiegen. "Diese Entwicklung ging mit einer intensiveren Tätigkeit durch gestiegene Anforderungen an die Aufsichtsratsarbeit, der zunehmenden Internationalisierung und der höheren Dynamik der Märkte einher", betonte Towers-Watson-Experte Helmuth Uder. Auch das erhöhte Risiko durch eine stärkere Haftung spiele eine Rolle. Die Bezüge können sich aus einem Festgehalt und kurz- oder langfristigen variablen Komponenten sowie Sitzungsgeldern zusammensetzen.

Seit der Änderung des Deutschen Corporate Governance Kodex 2012 beobachtet Uder eine Abkehr von kurzfristigen variablen Vergütungselementen. Inzwischen setzten 14 Unternehmen ausschließlich auf eine feste Vergütung des Aufsichtsrats, drei mehr als im Vorjahr. Acht Dax-Konzerne bezahlen ihren Kontrolleuren einen Mix aus Fest- und variabler Langfristvergütung, nur noch sieben eine kurzfristige Erfolgsbeteiligung neben dem fixen Anteil. Nur bei Beiersdorf bekommt Aufsichtsratschef Reinhard Pöllath sowohl eine fixe Summe als auch Tantieme und eine an den langfristigen Erfolg geknüpfte Bezahlung.

Quelle: ntv.de, bdk/dpa