Wirtschaft

Cerberus soll Kosten senken Deutsche Bank engagiert "Höllenhund"

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Dass ein Aktionär ein Unternehmen für Geld berät, gilt als ungewöhnlich - aber nicht für Cerberus.

(Foto: picture alliance / Arne Dedert/d)

Die im Vergleich zur Konkurrenz hohen Kosten gelten als eines der größten Probleme der Deutschen Bank. Nun engagiert der Vorstand einen neuen Berater. Der heißt wie der Höllenhund aus der griechischen Mythologie und ist gleichzeitig Großaktionär.

Die Deutsche Bank hat einen ihrer Großaktionäre als Berater engagiert. Die Beteiligungsgesellschaft Cerberus soll dabei helfen, die Kosten zu senken und die Gewinne der siechenden Bank wieder zu steigern. Cerberus-President Matt Zames, der früher einmal das operative Geschäft von JP Morgan geführt hat, stehe dem Beraterteam für die Deutsche Bank vor, sagte ein Sprecher der Beteiligungsgesellschaft.

Cerberus engagiert sich öfter mit Rat bei seinen Beteiligungen, lässt sich dafür aber auch bezahlen. Bei der Deutschen Bank ist Cerberus der einzige Aktionär, der laut Informanten für Beratungsleistungen eine Vergütung erhält und Einblicke ins operative Geschäft bekommt.

Zames hatte JP Morgan im Juni 2017 verlassen. Er hatte dort das Anleihegeschäft geführt und galt lange als möglicher Anwärter für den Job als CEO an der Unternehmensspitze der US-Bank. Zu Cerberus stieß der Manager dann im April. Die Beteiligungsgesellschaft hält rund 3 Prozent an der Deutschen Bank. Beide Seiten rechnen damit, dass Cerberus während der Beratungstätigkeit keine Aktien der Deutsche Bank kaufen oder verkaufen darf, um dem Wertpapierrecht Genüge zu tun, sagten Informanten.

Ein Cerberus-Sprecher sagte, der Beratungsvertrag sei mit dem Vorstand der Deutschen Bank geschlossen worden. Zames wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Eine Sprecherin der Frankfurter Bank sagte, die anerkannte Expertise von Cerberus werde die Anstrengungen der Bank unterstützen, attraktive Renditen für Investoren zu erwirtschaften.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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