Wirtschaft
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Donnerstag, 25. April 2013

Nach drei Fehlversuchen: Die Börse begrüßt Evonik

Im vierten Anlauf hat es geklappt: Der Chemiekonzern Evonik startet erfolgreich auf dem Frankfurter Börsenparkett. Das Unternehmen gilt als Kandidat für den MDax.

Einer der größten Börsengänge in Deutschland seit Jahren ist nach mehreren vergeblichen Versuchen geschafft: Das Chemieunternehmen Evonik hat sein Debüt am Aktienmarkt gegeben. Die Aktie ging mit einer Erstnotiz von 33 Euro in den Handel - 80 Cent über dem Platzierungspreis der letzten Tranche. "Die erste Notierung zeigt das Vertrauen, das uns von Seiten der Investoren entgegen gebracht wird", sagte Evonik-Chef Klaus Engel kurz nachdem die Börsenglocke den Handelsstart verkündet hatte.

"Unser Weg an die Börse, davon bin ich überzeugt, war klug, weil er unsere Eigentümer ein Stück weit unabhängig gemacht hat von der anhaltend hohen Volatilität der Kapitalmärkte", sagte Engel. Mit einem Gesamtvolumen von 2,2 Mrd. Euro ist es einer der größten Börsengänge in Deutschland seit Jahren. Mit einer Erstnotiz von 33 Euro gingen die Papiere in den Handel - 80 Cent über dem Platzierungspreis der letzten Tranche. Am Abend schloss das Papier des Essener Unternehmens bei 32,94 Euro und damit knapp unter der Erstnotiz.

Die Evonik-Eigentümer hatten in den vergangenen Jahren dreimal versucht, das Unternehmen an die Börse zu bringen. Ihren letzten Anlauf für einen Börsengang hatten die RAG-Stiftung und die britische Beteiligungsgesellschaft CVC im Sommer vergangenen Jahres abgeblasen und dies mit Unsicherheiten am Markt begründet.

Um die Risiken zu minimieren, haben RAG-Stiftung und CVC im vierten Anlauf einen traditionellen Börsengang gescheut und stattdessen die Aktien ausschließlich bei institutionellen Investoren im In- und Ausland platziert – zu einem Preis von 32,20 Euro pro Aktie. Mit den beiden bereits im Februar und März dieses Jahres abgeschlossenen Privatplatzierungen von zusammen rund 12,2 Prozent der Evonik-Aktien liegt der Streubesitzanteil nunmehr bei rund 14,5 Prozent.

Haupteigentümer des Essener Unternehmens ist die RAG-Kohlestiftung (rund 68 Prozent), die aus den Einnahmen des Börsenganges die Folgelasten des deutschen Steinkohlebergbaus abdeckt. Weitere Anteile liegen bei der CVC.

Evonik will in den MDax

Der Streubesitz beträgt jetzt rund 14,5 Prozent und soll weiter wachsen. "Wenn die Börsenlage gut ist, sicherlich ja", sagte Helmut Linssen, Vorstand der RAG-Kohlestiftung. Allerdings habe man aufgrund der soliden Finanzsituation keine Eile.

Die Evonik-Aktien sind im Prime Standard gelistet, einem vergleichsweise stark regulierten Marktsegment an der Frankfurter Börse. Engel sagte dem "Handelsblatt", das Unternehmen strebe eine Notierung im MDax an. In dem Börsenindex sind die 50 mittelgroßen deutschen Konzerne notiert, die mit ihrem Börsenwert den 30 Konzernen aus dem Deutschen Aktienindex Dax folgen.

Evonik war Ende 2007 aus den Sparten Chemie, Strom und Immobilien des Essener RAG-Konzerns entstanden. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als hundert Ländern aktiv und beschäftigt 33.000 Mitarbeiter. Der Konzerngewinn stieg 2012 um knapp ein Fünftel auf 1,2 Mrd. Euro.

Quelle: n-tv.de