Wirtschaft
Thyssenkrupp solle jedwede strukturelle Entwicklung in Betracht ziehen, schreibt Elliott.
Thyssenkrupp solle jedwede strukturelle Entwicklung in Betracht ziehen, schreibt Elliott.(Foto: dpa)
Donnerstag, 19. Juli 2018

Psychoterror bei Thyssenkrupp?: Elliott: Zerschlagung nie gefordert

Nach den Vorwürfen des zurückgetretenen Thyssenkrupp-Aufsichtsratschefs Lehner, "Psychoterror" betrieben zu haben, keilt Aktionär Elliott zurück - und spricht seinerseits von Diffamierung. Elliott habe nie auf die Zerschlagung des Konzerns gedrungen.

Der Thyssenkrupp-Aktionär Elliott hat dementiert, jemals auf eine Zerschlagung des Konzerns gedrungen zu haben. In einem Brief an den Aufsichtsrat verwahrte sich der Hedgefonds des Investors Paul Singer zudem gegen den Vorwurf des zurückgetretenen Aufsichtsratschefs Ulrich Lehner, "Psychoterror" betrieben zu haben, und warf ihm seinerseits Diffamierung vor. Der DAX-Konzern müsse sich öffentlich von den Äußerungen Lehners distanzieren, forderte Elliott in dem Schreiben.

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Lehner hatte im Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" das Verhalten "einzelner aktivistischer Investoren" als Psychoterror bezeichnet und erläutert, er meine damit, "Unwahrheiten in der Öffentlichkeit zu platzieren, unberechtigte Rücktrittsforderungen bis hin zum Belästigen von Nachbarn und Familienmitgliedern".

Zwar nannte Lehner keine Namen, ein Rückschluss auf unter anderem Elliott sei aber naheliegend, schrieb Elliott und unterstellte Lehner seinerseits, die Anschuldigungen böswillig oder zumindest rücksichtslos gemacht zu haben. Jede dieser Anschuldigungen sei "kategorisch falsch und verleumderisch". 

"Wir haben zu keinem Zeitpunkt - entgegen den Andeutungen von Professor Lehner - eine Zerschlagung von Thyssenkrupp gefordert", heißt es in dem Brief weiter. Gleichwohl sollte der Konzern jedwede strukturelle Entwicklung in Betracht ziehen, wie beispielsweise das jüngst vereinbarte Stahl-Joint-Venture mit Tata.

Aufsichtsrat soll sich von Äußerungen distanzieren

Elliott appellierte an Thyssenkrupp und den Aufsichtsrat, sich von den diffamierenden Äußerungen zu distanzieren, "indem sie öffentlich erklären, dass das Unternehmen diese nicht teilt und sie nicht als wahrheitsgemäß ansieht".

Die Ernennung des Interims-CEO Guido Kerkhoff begrüßte Elliott und äußerte die Hoffnung, mit einem neuen AR-Chef eine konstruktive Zusammenarbeit zu etablieren. Der Investor fordere gleichzeitig eine rasche Lösung für einen neuen Chef. Zudem forderten Aktionäre, so Elliott, eine unvoreingenommene Suche nach einem neuen externen Vorstandsvorsitzenden.

Elliott habe den vollständigen Wortlaut des Schreibens veröffentlicht, "um Missverständnisse oder falsche Darstellungen des Inhalts zu vermeiden".

Quelle: n-tv.de