Wirtschaft
Für US-Verbraucher ist die FDA-Zulassung mehr als nur eine Formalie.
Für US-Verbraucher ist die FDA-Zulassung mehr als nur eine Formalie.(Foto: picture alliance / dpa)
Donnerstag, 12. Juli 2012

Unangmeldete Aspirin-Beimischungen: Bayer stillt den Schmerz

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Die mächtige US-Gesundheitsbehörde FDA reagiert leicht gereizt. Bei der Vermarktung von zwei Varianten des weltbekannten Kopfschmerz-Klassikers aus Deutschland fühlen sich die Amerikaner übergangen. Mit einer Millionenzahlung nähert sich der Dax-Konzern Bayer einem gütlichen Ende.

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will mit der Zahlung von 15 Mio. Dollar (12,3 Mio. Euro) einen seit fast vier Jahre laufenden Rechtsstreit um sein Schmerzmittel Aspirin aus der Welt schaffen.

US-Verbraucher hatten moniert, dass Bayer das altbekannte Kopfschmerzmittel mit einem Zusatz angereichert und unter neuem Namen verkauft habe, ohne dafür eine Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA zu besitzen. Sie reichten eine Sammelklage ein.

Ein New Yorker Richter segnete den ausgehandelten Vergleich zwischen Bayer und den Klägern vorläufig ab. Eine Konzernsprecherin in den USA bestätigte auf Anfrage die Einigung. Weiter wollte sie sich nicht zu dem Fall äußern. Die endgültige Zustimmung des Gerichts für den Vergleich steht noch aus.

Das Verfahren reicht ins Jahr 2008 zurück: Bayer hatte das frei verkäufliche Aspirin einmal mit einem pflanzlichen Stoff (Phytosterole) und einmal mit Kalzium angereichert und in den USA als "Bayer Aspirin with Heart Advantage" sowie "Bayer Women's Low Dose Aspirin + Calcium" auf den Markt gebracht.

Die Gesundheitsbehörde FDA sah darin neue Medikamente, die hätten zugelassen werden müssen, und ging gegen Bayer vor. Kurz darauf klagten die Verbraucher. Bayer ging offenbar davon aus, dass die Beimischungen medizinisch wirkungslos sind und daher keiner gesonderten Zulassung bedürfen. Das FDA-Verfahren zur Anmeldung eines neuen Präparats ist mit erheblichem Aufwand verbunden.

Quelle: n-tv.de