Wirtschaft

Südamerika-Geschäft belastet Eon-Gewinn bricht erneut ein

Die Kraftwerkssparte wird immer mehr zum Problemfall für Eon. Im Zuge der Energiewende gehen die Ergebnisse des Bereichs deutlich zurück. Auch in Südamerika gibt es Probleme.

Eon hat zum Start ins neue Jahr erneut einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Deutschlands grlößter Energiekonzern verzeichnete nach eigenen Angaben im ersten Quartal - gemessen am nachhaltigen Konzernüberschuss - rund 13 Prozent weniger Gewinn als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Weil Elektrizität aus erneuerbaren Sonne und Wind zu manchen Zeiten im Überfluss zur Verfügung steht, kann Eon den selbst erzeugten Strom nur zu sinkenden Preisen verkaufen. Doch auch Rückschläge im Ausland haben sich zum Jahresbeginn im Ergebnis niedergeschlagen.  Der Umsatz ging um 11 Prozent auf 31,82 Milliarden Euro zurück,

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Vor dem Hintergrund ist der nachhaltige Konzernüberschuss des Unternehmens zwischen Januar und März von 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1,22 Milliarden Euro geschrumpft. Analysten hatten ein ähnliches Minus bei der Kennzahl, an der Eon die Gewinnausschüttung bemisst, vorausgesagt. Sie gingen im Schnitt von einem bereinigten Gewinn von rund 1,18 Milliarden Euro aus. Unter dem Strich - also nach Dritten und nach Berücksichtigung der Sonderfaktoren - schrumpfte das Ergebnis um mehr als die Hälfte von 2,17 Milliarden Euro auf 762 Millionen Euro.

Gasförderung schlögt Kraftwerkssparte

Die Kraftwerkssparte von Eon litt weiter unter der Verwerfungen auf dem Strommarkt. Vor allem eine Auflösung von Rückstellungen glich die Strompreisrückgänge aber aus. Mit der konventionellen Stromerzeugung verdiente der Konzern zwischen Januar und März operativ (bereinigtes EBITDA) deshalb noch 916 Millionen Euro und damit 3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Deutlich mehr als im Vorjahr verdiente Eon etwa an der Öl- und Gasförderung. Das bereinigte EBITDA der Sparte wuchs um 92 Prozent auf 339 Millionen Euro. Ein Grund dafür ist, dass der Versorger in der Zwischenzeit neue Ölfelder in Betrieb genommen hat.

Jahresprognose bestätigt

Doch auch außerhalb des Heimatmarkts steht Eon derzeit unter Druck. Der Konzern leidet etwa unter der Schwäche der türkischen Lira und des russischen Rubels. Den Energiekonzern kommt zudem der Einstieg in das südamerikanische Stromgeschäft immer teurer zu stehen: Eon muss weitere rund 200 Millionen Euro aufbringen, um das brasilianische Gemeinschaftsunternehmen Eneva zu stabilisieren. Mit dem Betrag werde sich Eon an zwei Kapitalerhöhungen bei dem Joint-Venture beteiligen, hatte der Konzern am Montag mitgeteilt.

Eon blieb allerdings bei den schon früher ausgegebenen Zielen für das Gesamtjahr. Demnach dürfte der nachhaltige Konzernüberschuss von 2,24 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf einen Wert zwischen 1,5 Milliarden und 1,9 Milliarden Euro schrumpfen. Bereinigt um Sondereffekte und vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen rechnet der Konzern weiter mit einem Ergebnis zwischen 8,0 und 8,6 Milliarden Euro.

2013 hatte die operative Kennzahl 9,3 Milliarden Euro betragen. Das bedeutete vor allem wegen mehrerer Sondereffekte schon einen Rückgang um 1,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: n-tv.de, bad/DJ/dpa

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