Wirtschaft

Ex-HRE-VorständeErmittlungen zum Teil eingestellt

12.08.2009, 19:35 Uhr

Konkret geht es um Aktiengeschäfte rund um den 15. Januar 2008. An jenem Tag hatte der Vorstand überraschend einen Abschreibungsbedarf von fast 400 Mio. Euro auf amerikanische Wertpapiere gemeldet.

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Keine Anhaltspunkte für verbotene Insidergeschäfte. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Bankenaufsicht BaFin hat die Ermittlungen gegen frühere Vorstände der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) teilweise eingestellt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Behörde gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Konkret geht es um Aktiengeschäfte rund um den 15. Januar 2008.

An jenem Tag hatte der Vorstand überraschend einen Abschreibungsbedarf von fast 400 Mio. Euro auf amerikanische Wertpapiere gemeldet. Der Kurs war daraufhin um fast 40 Prozent eingebrochen. Die BaFin hatte auf Anzeigen von Anlegern hin Aktiengeschäfte des damaligen Vorstandschefs Georg Funke und des HRE-Finanzvorstands Markus Fell in diesem Zeitraum geprüft.

Laut BaFin habe man bei den Untersuchungen keine Anhaltspunkte für verbotene Insidergeschäfte gefunden. Die Ermittlungen seien daraufhin eingestellt worden. Weiterhin geprüft werde aber, ob der alte Vorstand Ende September 2008 die Aktionäre früher über die damaligen Probleme der Bank hätte informieren müssen. Hierzu gebe es noch keine Ergebnisse.

Sonderbonus für Wieandt

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HRE-Chef Wieandt: Mit einem Sonderbonus tut eine Gehaltskürzung nicht mehr so weh. (Foto: AP)

Unterdessen hat sich HRE-Chef Axel Wieandt hat sich einem Pressebericht zufolge noch vor der Verstaatlichung des Instituts eine Sonderzahlung von einer halben Mio. Euro gesichert. Der Betrag sei als Ausgleich für eine Gehaltskürzung geflossen, die für Wieandt angesichts der Rettung der Bank durch den Staat gelte, berichtete das Magazin "Stern" vorab.

Für Manager von Banken, die mit Kapitalspritzen des Bundes vor dem Zusammenbruch gerettet werden, gilt eine Gehaltsobergrenze von 500.000 Euro. Mit der Sonderzahlung erhielt Wieandt dem Bericht zufolge weitere 500.000 Euro.

Wieandt habe sich die Sonderzahlung aufgrund einer Gesetzeslücke sichern können, berichtete der "Stern". Die Gehaltsobergrenze aus dem Gesetz zur Stabilisierung der Finanzmärkte gelte nur für Banken, in die der Staat direkt Geld pumpe. Für Institute, denen mit Garantien unter die Armen gegriffen werde, gilt diese Bestimmung demnach nicht.

Der Bund hatte erst Anfang April bekannt gegeben, die HRE übernehmen zu wollen. Bis dahin wurde das Institut durch Garantien und Kredite des Bundes und mehrerer großer Banken in Höhe von 102 Mrd. Euro gestützt.

Wie der "Stern" berichtete, bestätigte die HRE, dass Wieandt nach seiner Ernennung zum HRE-Chef im Oktober 2008 zunächst eine bessere Bezahlung erhalten habe. Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin erklärte gegenüber dem Magazin, die Sonderzahlung von 500.000 Euro sei deswegen erfolgt, weil Wieandt angesichts der Verstaatlichung des Instituts auf eine "weit umfangreichere Altersvorsorge" habe verzichten müssen, die ihm zuvor zugesagt worden sei.

Quelle: wne/SZ/AFP