Wirtschaft
Donnerstag, 17. Juni 2010

Abschied von der Krone: Estland bekommt Euro

Die europäische Gemeinschaftswährung hält nun auch Einzug ins Baltikum. Der kleinste der drei baltischen Staaten, Estland, führt zum 1. Januar 2011 den Euro ein.

Estlands Außenminister Urmas Paet (links) nimmt die Glückwünsche seiner Amtskollegen entgegen.
Estlands Außenminister Urmas Paet (links) nimmt die Glückwünsche seiner Amtskollegen entgegen.(Foto: dpa)

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben den Weg für die Aufnahme Estlands in die Eurozone freigemacht. Nach Angaben von Diplomaten einigte sich der EU-Gipfel in Brüssel darauf, Estland zum 1. Januar 2011 als 17. Mitgliedstaat in die Eurozone aufzunehmen. Estland ist der erste baltische Staat, der den Euro bekommt, und nach Slowenien und der Slowakei das dritte Land des ehemaligen Ostblocks.

Das Land mit seinen mit 1,3 Millionen Einwohnern hatte sich in den vergangenen Jahren ein striktes Sparprogramm verordnet und den Schuldenstand sowie das Staatsdefizit deutlich unter den EU-Höchstwerten gehalten. Beides ist neben einer niedrigen Inflationsrate Voraussetzung für die Euro-Einführung.

Nach den jüngsten Schätzungen der EU-Kommission wird Estland in diesem und im nächsten Jahr ein Staatsdefizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) haben. Der Gesamtschuldenstand beläuft sich demnach in diesem Jahr auf 9,6 Prozent des BIP und im kommenden Jahr auf 12,4 Prozent - EU-weit ein Rekord-Tiefstand.

Ursprünglich wollte Estland, das 2004 der EU beitrat, die heimische Krone schon 2007 zugunsten des Euro abschaffen; dies scheiterte jedoch an einer zu hohen Inflationsrate. Zuletzt waren Slowenien im Jahr 2007, Zypern und Malta im Jahr 2008 und die Slowakei im Jahr 2009 der Eurozone beigetreten.

Quelle: n-tv.de