Der Börsen-TagEuro legt nach Draghis Äußerungen kräftig zu
US-Finanzminister Mnuchin hat mit seinen Dollar-Äußerungen in Davos für einigen Wirbel gesorgt. Und wie reagiert EZB-Chef Mario Draghi?
Euro / DollarMit Wischi-Waschi-Ansagen: "Die derzeitige Wechselkursvolatilität stellt eine Unsicherheitsquelle dar, die eine genaue Beobachtung erfordert", sagte er in Frankfurt. Die jüngste Aufwertung des Euro bereitet Europas Währungshütern zumindest Sorge. Aha!
Wie weithin erwartet, belässt die EZB ihre Geldpolitik unverändert. Die Aussagen Draghis zur Euro-Stärke sind dem Markt allerdings nicht genug. Der Euro legt weiter zu und überspringt die Marke von 1,25 Dollar.
Draghis Worte im Anschluss an den Zinsentscheid seien dem Markt nicht "taubenhaft" genug gewesen, um den Euro zu schwächen, wie ein Teilnehmer sagt. Als Tauben werden die Geldpolitiker bezeichnet, die eine expansive Geldpolitik betreiben. Mit niedrigen Zinsen und billigem Geld soll die Wirtschaft stimuliert werden.
Das Problem bei einem starken Euro: Er verteuert Produkte von Firmen aus dem Euroraum auf den Weltmärkten und könnte in der Folge die Exporte und damit das hiesige Wirtschaftswachstum dämpfen.
Zugleich werden Einfuhren aus anderen Währungsräumen günstiger, was die Inflation drückt. Damit wird es für die EZB schwieriger, ihr mittelfristiges Ziel einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent zu erreichen.