Wirtschaft

Arbeitnehmer werden immer älter Firmen fürchten Vergreisung

Der demographische Wandel geht auch an deutschen Firmen nicht spurlos vorbei. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertage fordert deshalb nicht nur, ältere Mitarbeiter besser zu fördern – sondern pocht auch auf altbekannte Punkte.

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Angesichts des demographischen Wandels fürchten deutsche Unternehmen zunehmend Nachwuchsmangel, eine Vergreisung ihrer Belegschaften und den Verlust von Know-how in den Betrieben. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 20.000 Unternehmen, die der "Welt" vorliegt. "Der demografische Wandel wird zu einer immer größeren Herausforderung für die Unternehmen in Deutschland", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann.

So rechnen drei Viertel mit gravierenden Folgen für ihren Betrieb, bei größeren Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten sind es sogar fast 90 Prozent. An erster Stelle steht dabei ein Fachkräfteengpass, den jedes zweite Unternehmen befürchtet. Mehr als jedes vierte Unternehmen sieht den Fachkräftemangel bereits für das Jahr 2011 als eines der größten Risiken. Neben den Nachwuchssorgen treibt aber auch die spürbare Alterung ihrer Belegschaften die Unternehmen um. Jedes dritte Unternehmen sieht sich davon betroffen, in Industrie und Bau sind es sogar 40 Prozent.

"Die Unternehmen müssen künftig die Potenziale Älterer noch stärker nutzen", meinte Driftmann. Dazu gehörten intelligente Arbeitsorganisation, betriebliche Gesundheitsförderung und Weiterbildung Älterer.

Driftmann forderte, Reformen am Arbeitsmarkt sollten die Anstrengungen der Betriebe unterstützen – beispielsweise durch einen "flexibleren" Kündigungsschutz. Dieser könne die Einstellung Älterer erleichtern. Künftig sollte es zudem weniger mit dem Alter und der Betriebszugehörigkeit steigende Löhne, sondern durchweg leistungsbezogene Gehaltssysteme geben.

Quelle: ntv.de, dpa/rts