Wirtschaft

"Meilenstein" mit Milliardenwert Siemens feiert Windkraft-Rekordauftrag

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Siemens ergattert Rekordauftrag aus den USA.

picture alliance / dpa

Vor rund einem Jahr streicht Siemens Hunderte Stellen im Windkraftbereich. Eine Auftragsflaute ist dafür verantwortlich. Jetzt weht der Wind aus einer anderen Richtung - eine Großbestellung aus den USA sorgt dafür. Die Anleger freut's.

Der deutsche Technologiekonzern Siemens zieht einen Großauftrag im schwierigen Geschäft mit Windanlagen an Land. Der US-Energieversorger MidAmerican hat auf einen Schlag 448 Turbinen bestellt. Mit einer Gesamtleistung von 1050 Megawatt sei dies der größte Auftrag, der bislang für die Windkraft an Land erteilt wurde, teilte Siemens mit.

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Die Windanlagen, deren Rotordurchmesser bis zu 108 Meter beträgt, werden in fünf Projekten im US-Bundesstaat Iowa zum Einsatz kommen, teilte Siemens weiter mit. Die Leistung reicht nach Siemens-Angaben aus, um rund 320.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Branchenkenner schätzen den Auftragswert samt des dazugehörigen Service- und Wartungsvertrags auf etwa 1,1 Milliarden Dollar (800 Millionen Euro).

"Klare Signale"

Der Großauftrag ist ein gutes Zeichen für das Siemens-Windgeschäft in den USA. Der Markt war bis zuletzt von großen Unsicherheiten geprägt. Grund sind auslaufende Steuervergünstigungen. Bei Siemens kamen erschwerend abbrechende Rotorblätter hinzu.

"Der Auftrag von MidAmerican ist ein Meilenstein", sagte Siemens' Windenergie-Chef Markus Tacke. Die Probleme mit den Rotorblättern seien gelöst. "Unsere Kunden vertrauen unseren Anlagen." Bei den zum Jahresende auslaufenden Steuervergünstigungen wünscht er sich, "dass wir hier rasch klare Signale erhalten, dass diese verlängert werden".

Rolle rückwärts

Siemens hatte mit großem Aufwand eine eigene US-Produktion von Windanlagen aufgebaut. Maschinenhäuser und Naben kommen aus Hutchinson im Bundesstaat Kansas, Rotorblätter aus Fort Madison in Iowa. Von hier aus liefert Siemens auch nach Südamerika.

Der Konzern hatte vor einem Jahr wegen ausbleibender Aufträge an den Standorten rund 600 Jobs gestrichen. "Inzwischen konnten wir jedoch einen Großteil der Mitarbeiter dort wieder einstellen", sagte Tacke. Allein durch den jetzigen Auftrag sei die Produktion für zehn Monate ausgelastet.

Die Siemens-Aktie profitierte von den guten Nachrichten. In einem sehr positiven Marktumfeld zogen die Titel knapp 3 Prozent an. Sie gehörten damit zu den Topgewinnern im deutschen Leitindex.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/DJ

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