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Kellerhals will Rache an Metro Gründer will MediaMarkt zurückkaufen

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MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals will sein Lebenswerk vom Metro-Konzern zurückkaufen.

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Im jahrelangen Dauerkrieg zwischen Metro und Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals naht eine neue Schlacht: Der rebellische Milliardär will seine Elektronikkette zurückkaufen. Denn der Handelsriese versucht seit 2011, ihn auszubooten.

Der Minderheitseigner der Metro-Elektronikketten MediaMarkt und Saturn, Erich Kellerhals, will Media-Saturn mit der Hilfe von Investoren von Metro zurückkaufen. "Wir haben das alles gründlich durchgerechnet und ausgearbeitet", sagte Kellerhals der "Süddeutschen Zeitung". "Die Finanzierung ist nicht das Thema, zumal ich auch interessierte Investoren an der Hand habe." Kellerhals, der MediaMarkt Ende der 1970er-Jahre gegründet und dann Anteile an den Metro-Konzern verkauft hatte, hält immer noch rund 22 Prozent an Europas größter Elektronikkette. Metro gehören die restlichen 78 Prozent.

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Kellerhals' Ankündigung ist die jüngste Offensive in dem jahrelangen Dauerkrieg, in dem beide Seiten um die Macht und die Strategie bei der Kette mit über 56.000 Mitarbeitern ringen, die zuletzt knapp ein Drittel des Metro-Umsatzes erwirtschaftete. Und sich gegenseitig blockieren. Wenn Kellerhals die Mediamarkt- und Saturn-Märkte von den Düsseldorfern zurückgekauft hat, will er sie wieder dezentraler organisieren, und kreativer und experimentierfreudiger machen.

Ein Sprecher von Metro-Großaktionär Haniel sagte, die Holding sei an einer "Befriedung" des Verhältnisses zwischen Metro und Kellerhals interessiert. Metro-Chef Koch hatte immer wieder betont, man wolle dem rebellischen Milliardär seine Anteile abkaufen: "Mit diesem Theater muss Schluss sein". Kellerhals weicht aber keinen Millimeter zurück: "Ich verkaufe nicht". Er habe im übrigen "nie ein Angebot bekommen".

Eine Übernahme des Metro-Anteils durch Kellerhals dürfte teuer werden: Anfang 2013 hatte der zweite Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel seinen letzten Restanteil von knapp drei Prozent an Metro verkauft und Konzernkreisen zufolge rund 230 Millionen Euro dafür erhalten. Auf dieser Grundlage wurde die Kette rein rechnerisch schon damals mit deutlich mehr als sieben Milliarden Euro bewertet.

Mit dem Versuch, sein Lebenswerk zurückzukaufen, nimmt Kellerhals vor allem Rache für Metros Versuch, ihn auszubooten. Denn trotz seiner Minderheitsbeteiligung hat Kellerhals umfassende Veto-Rechte:  In der Gesellschafterversammlung von Media-Saturn können Beschlüsse nur mit einer Mehrheit von 80 Prozent fallen - und Kellerhals kann mit seinem Anteil alle wesentlichen Entscheidungen blockieren.

Metro will Kellerhals aushebeln

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MediaMarkt-Gründer Erich Kellerhals.

(Foto: picture alliance / dpa)

Metro versucht deshalb seit 2011 Kellerhals' Blockaderechte aushebeln. Der Handelsriese gründete einen Beirat. Dort kann über die wichtigsten Entscheidungen bei Media-Saturn mit einfacher Mehrheit - also ohne Kellerhals' Zustimmung - entschieden werden. Die Gerichte haben Metros Vorgehen inzwischen zwar bestätigt, Kellerhals klagt aber weiter dagegen. Bis zur endgültigen Klärung beharken sich die Streithähne weiter.

Keine Seite will nachgeben. Der Zwist war jüngst wieder eskaliert und hatte zum Abgang von Media-Saturn-Chef Horst Norberg geführt. Kellerhals hatte öffentlich per Internetanzeige nach einem neuen Geschäftsführer gesucht, ohne das mit Metro abzusprechen. Norberg trat zurück. Metro entsandte daraufhin seinen Vorstand Pieter Haas als Vize-Chef in die Media-Saturn-Zentrale in Ingolstadt. Bis zur Ernennung eines neuen Chefs leitet er dort nun formal die Geschäfte.

Kellerhals ist damit aber nicht einverstanden. Von Mobbing des Geschäftsführers könne keine Rede sein: Er sei bei der Nachfolgersuche bei Metro auf taube Ohren gestoßen. "Schon eineinhalb Stunden nach dem Rücktritt von Norberg wurde Pieter Haas als Nachfolger vorgestellt. Das war von langer Hand geplant".

Zudem habe Haas Media-Saturn vor einem Jahr im Streit verlassen, sagte Kellerhals. "Angeblich war es ihm nicht mehr zuzumuten, für Media-Saturn zu arbeiten. Wie kann ich da annehmen, dass jetzt seine ganze Loyalität wieder dem Unternehmen Media-Saturn gehören soll, zumal er seinen Vorstandsposten bei der Metro nicht aufgeben will?" Neben dem Machtkampf belastet auch die Konkurrenz von Online-Händlern wie Amazon und der Preiskampf in der Branche Media-Saturn.

Quelle: n-tv.de, hvg/rts

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