Wirtschaft

Wirklich "gegenstandslos"? HSBC und die Madoff-Vorwürfe

Der Konkursverwalter des verurteilten Milliardenbetrügers Bernard Madoff will mit HSBC eine weitere Großbank für den Schaden in Mithaftung nehmen. Es geht um mindestens 9 Mrd. Dollar. HSBC weist jeglichen Vorwurf von sich.

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Madoff wirkt nach - auch bei HSBC.

(Foto: REUTERS)

Nach UBS und JP Morgan Chase muss sich nun HSBC Schadenersatzklagen und Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrug erwehren. Die britische Großbank wies Vorwürfe des Madoff-Insolvenzverwalters, sie habe Hinweise auf einen Betrug ignoriert, als "gegenstandslos" zurück. Insolvenzverwalter Irving Picard hat die HSBC Holdings und eine Gruppe von Feeder-Fonds auf Schadensersatz in Höhe von mindestens 9 Mrd. Dollar verklagt. HSBC und die Fonds hätten mehr als 8,9 Mrd. Dollar an das betrügerische Beratungsgeschäft von Bernard Madoff übertragen und Anzeichen, dass es sich bei dem Geschäft um Betrug handelt, ignoriert.

HSBC teilte per E-Mail mit, das Institut verteidige sich "vehement gegen mit Madoff in Zusammenhang stehende Forderungen, die in verschiedenen Gerichtsbarkeiten auf der ganzen Welt gegen die Bank vorgebracht wurden, einschließlich Sammelklagen in den USA". Dies gelte auch für die Vorwürfe des Insolvenzverwalters.

Klagewut um Milliarden

Picard hat in den vergangenen Tagen über 100 Klagen eingereicht, um Gelder zurückzuholen: Zum einen von Investoren, die aus Madoffs Schneeballsystem falsche Gewinne ausgezahlt bekommen hatten und zum anderen von Personen oder Institutionen, denen er vorwirft, den Betrug ermöglicht zu haben.

Madoff hatte ein Schneeball-System betrieben, in dem aus neu zugeflossenen Geldern scheinbare Gewinne an bestehende Investoren ausgezahlt wurden, ohne dass tatsächlich Investitionen getätigt wurden. Madoff wurde von einem New Yorker Gericht zu 150 Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung der Richter hatte er Anleger um insgesamt 65 Mrd. Dollar betrogen.

Quelle: ntv.de, DJ