Wirtschaft

Keine Gnade für Nokia Finnland verweigert Staatshilfe

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Schreie stoßen bei ihm auf taube Ohren: Jyrki Katainen (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Die Hilferufe aus Espoo verhallen in Helsinki ungehört: Die finnische Regierung sieht keinen Grund, den einstigen Weltmarktführer in seinem Abstiegskampf vor feindlichen Übernahmeversuchen zu schützen. Seit Wochen halten sich Gerüchte um begehrliche Blicke aus dem Ausland. Regierungschef Katainen stellt klar: In Sachen Nokia haben Interessenten freie Bahn.

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Konzernzentrale mit Marina und Autobahnanschluss: Helsinki am Standort Espoo.

(Foto: REUTERS)

Die finnische Regierung will dem taumelnden Handyriesen Nokia nicht mit Aktienkäufen unter die Arme greifen. "Das geht uns nichts an", sagte Ministerpräsident Jyrki Katainen zu Spekulationen, der Staat könnte das finnische Unternehmen mit einem Einstieg stützen und so vor einer Übernahme durch einen ausländischen Konzern schützen.

"Wir wollen Finnland zu einem Land machen, in dem Unternehmen gut arbeiten können, aber dies ist nicht der Weg der Unterstützung, den die Regierung gehen will", sagte Katainen.

Abwegig sind Spekulationen um einen staatlichen Einstieg bei Nokia nicht. Die Regierung in Helsinki hält bereits Anteile an Unternehmen, die als besonders wichtig für die nationalen Interessen gelten, wie etwa Firmen aus der Holz- und der Chemiebranche. Zudem ist der Staat Mehrheitseigner an der angeschlagenen Fluggesellschaft Finnair und an dem Energiekonzern Fortum.

Nokia war in Zeiten einfacher Handys profitabler Weltmarktführer, hat den Übergang zu den Smartphone-Alleskönnern aber . Seit Jahren kämpfen die Finnen vergeblich gegen die Dominanz von Konkurrenten wie Apple oder Samsung an.

Nokia wird immer günstiger

Vergangene Woche hatte der Konzern mitgeteilt, seinen Job-Kahlschlag mit dem zu verschärfen. Dabei soll auch der Standort Ulm mit 730 Mitarbeitern geschlossen werden.

Nokia hat damit seit Anfang 2011 die Streichung von rund 40.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Zeitgleich mit den neuen Plänen zum Jobabbau gab Nokia die zweite Gewinnwarnung binnen neun Wochen heraus.

Die Firma steht seit längerem unter Druck, das Ruder herumzureißen. Gebe es keine echte Trendwende in der zweiten Jahreshälfte, würden die Zweifel an Nokias Zukunft wachsen, warnten Experten.

In Deutschland hatte Nokia vor gut vier Jahren mit der Verlagerung der Produktion vom nach Rumänien für erhebliches Aufsehen gesorgt. Auch das fiel unterdessen dem Rotstift zum Opfer.

Quelle: ntv.de, mmo/rts