Wirtschaft

Euro-Stärke und Ukraine-Krise Henkel trotzt Gegenwind

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Henkel verdient mehr - muss sich das aber über Einsparungen sichern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Konsumgüterkonzern Henkel wächst ordentlich. Doch im Umsatz spiegelt sich das wegen der starken europäischen Gemeinschaftswährung und des Rubelverfalls nicht wider. Das Unternehmen kontert mit besserer Profitabilität.

Mit dem Konsumgüterkonzern Henkel reiht sich das nächste Unternehmen in die Reihe der Leidtragenden des starken Euros ein. Im ersten Jahresviertel setzte der Konzern erneut weniger um. Allerdings konnten die Düsseldorfer die Profitabilität verbessern - dank eines starken Wachstums in den Schwellenländern und den weiter Früchte tragenden Effizienzprogrammen.

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Der Umsatz des Herstellers von Pritt und Persil sank in den ersten drei Monaten um 2,6 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro. Organisch, das heißt wechselkurs- und portfoliobereinigt, legten die Erlöse jedoch um 4,3 Prozent zu. Alle drei Geschäftsbereiche - Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie die Klebstoffe - trugen zu dem Plus bei.

Henkel hortet Geldvermögen

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg um 3,3 Prozent auf 619 Millionen Euro und fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Das Nettoergebnis legte von 393 Millionen auf 449 Millionen Euro zu. Henkel kann dabei weiter auf eine gute Finanzlage blicken. So ist das Unternehmen weiter schuldenfrei, die Nettogeldanlage stieg auf 923 Millionen Euro, das sind 809 Millionen mehr als im Vorjahresquartal.

"Bei den Wechselkursen gehen wir nicht von einer kurzfristigen Verbesserung der Situation aus", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. "Wir erwarten, dass das globale wirtschaftliche Umfeld schwierig bleibt. Die jüngsten Entwicklungen in Osteuropa bringen zusätzliche Unsicherheit in die Märkte. Das erschwert eine Prognose der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung im Jahresverlauf."

Abhängigkeit vom Heimatmarkt soll sinken

Neben dem Euro machte Henkel auch der Rubel zu schaffen. Russland ist der weltweit viertgrößte Markt für den Konzern. Dort hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro umgesetzt. Die Ukraine zählt zu den zehn wichtigsten Wachstumsmärkten Henkels. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise hatten unter anderem den russischen Rubel auf Talfahrt geschickt.

Die Prognose für 2014 bestätigte der Konzern. So soll der organische Umsatz um drei bis fünf Prozent und das bereinigte Ergebnis je Aktie im hohen einstelligen Bereich steigen. Die bereinigte Umsatzrendite soll auf etwa 15,5 Prozent zulegen. Zudem will Henkel jenseits des Heimatmarkts wachsen und bis 2016 die Hälfte des angepeilten Umsatzes von 20 Milliarden Euro in Wachstumsmärkten einfahren.

"Im Prinzip gut" heißt es im Handel zu den Zahlen. Vor allem das organische Wachstum wird hervorgehoben - es liege deutlich über den Schätzungen. Zudem konnte die Profitabilität weiter gesteigert werden. Die heftigen Belastungen durch Wechselkurseffekte waren von Analysten zumeist erwartet worden und überraschen nicht negativ.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ