Wirtschaft

Edle Möbel aus Deutschland Interlübke ist pleite

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Ein Bild aus besseren Tagen: Interlübke-Chef Leo Lübke in der Firmenzentrale in Rheda-Wiedenbrück.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Einrichtungsweisend - seit 75 Jahren": Mit diesen Worten wirbt Interlübke um Kunden. Doch die Geschäfte laufen offenbar schlechter als erwartet: Jetzt muss der Möbelbauer aus dem nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück vor dem Amtsgericht die Hände heben.

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"Wohnglück in Weiß": Das Schrankprogramm "base" legte Interlübke zum 75. Firmenjubiläum auf.

(Foto: Interluebke.com)

Der Möbelhersteller Interlübke hat Insolvenz angemeldet. Der Antrag sei am Vortag eingereicht worden, bestätigte das Unternehmen entsprechende Zeitungsberichte.

Der Antrag gelte nur für Interlübke und nicht für das Schwesterunternehmen Cor, betonte eine Interlübke-Sprecherin am Hauptsitz des Familienunternehmens in Rheda-Wiedenbrück bei Gütersloh. Zuletzt hatte Interlübke 285 Beschäftigte.

Nach längerer Durststrecke und weiteren Auftragsrückgängen hatte Geschäftsführer Leo Lübke im Mai eine Neuausrichtung des Unternehmens und die Trennung von bis zu 40 Mitarbeitern angekündigt. Einem Zeitungsbericht zufolge schreibt Interlübke seit 2009 rote Zahlen.

Zu Jahresbeginn hieß es noch, der Premiummöbel-Hersteller sei nach herben Einbrüchen wieder in der Erfolgsspur. "Erstmals seit 2007 sind wir im letzten Jahr wieder gewachsen, und zwar um 6,2 Prozent", hatte Interlübke-Chef Lübke im Januar mit Blick auf die Vorjahresentwicklungen erklärt. Der Umsatz erreichte demnach 2011 knapp 35 Mio. Euro.

Ein "Endlosschrank" in Weiß

Im Erfolgsjahr 2007 waren es fast 46 Mio. Euro. In der Krise des Unternehmens im Jahr 2009 kam Interlübke demnach nur noch auf einen Umsatz von 34,6 Mio. Euro.

In Fachkreisen und bei Innenarchitekten ist die Marke Interlübke unter anderem bekannt für seinen "Endlosschrank".

Das Familienunternehmen produziert seine Möbel eigenen Angaben zufolge ausschließlich in Deutschland - "und damit nach den weltweit anspruchsvollsten Umwelt- und Sozialstandards".

Branchengrößen wie die im Billig-Segment dominierende Möbelhauskette unterhalten dagegen ihre Fertigungsstätten oft an Standorten in Niedriglohnländern.

Quelle: ntv.de, dpa

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