Wirtschaft

Ulm, Weisweil und Görlitz betroffen Iveco schließt Lkw-Werke

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Standort Ulm: Hier soll ein "Exzellenzstandort" für Feuerwehrautos entstehen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Präsentation eines neuen Lkw-Modells nutzt Iveco-Chef Altavilla zur Bekanntgabe einer Schreckensnachricht: Die Nutzfahrzeug-Tochter des italienischen Autokonzerns Fiat macht fünf Standorte dicht. Drei davon liegen in Deutschland.

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Bequem und übersichtlich: Der Arbeitsplatz des Fahrers im "Stralis Hi-Way" (Computergrafik).

(Foto: stralis.iveco.com)

Der Autohersteller Fiat Industrial wird insgesamt fünf Werke seiner Lkw-Sparte Iveco in Europa schließen. Grund dafür seien die rückläufigen Verkäufe im Nutzfahrzeugmarkt, sagte Iveco-Chef Alfredo Altavilla bei der Vorstellung des neuen Lastwagenmodells "Stralis Hi-Way". Die Schließungen sollen bis Ende des Jahres erfolgen.

Von den Plänen seien1075 Beschäftigte betroffen, teilte Iveco mit. In Deutschland gehe es um die Werke in Ulm, Weisweil und Görlitz. Außerdem sollen die Produktionsstätten in Chambery in Frankreich sowie im österreichischen Graz geschlossen werden. In Ulm allerdings soll zugleich ein sogenannter "Exzellenzstandort" für Feuerwehrfahrzeuge entstehen.

Unter dem Strich baut Altavilla allerdings keine Stellen ab. Die Schließungen der Standorte in Deutschland, Frankreich und Österreich sind für das Unternehmen nur Teil einer strategischen Verlagerung.

"Das sind schmerzhafte Schließungen, aber sie dienen der Stärkung des Unternehmens in seiner Gesamtheit", zitierte die italienische Nachrichtenagentur Ansa den Firmenchef. "Wir haben keine Abstriche bei den Investitionen gemacht. Wenn die , sind wir bereit."

Billiger in Spanien?

Altavilla bezog sich damit unter anderem auf das Vorhaben in Spanien: Der Plan des Unternehmens, in dem südwesteuropäischen Land 500 Mio. Euro zu investieren und 1100 Arbeiter einzustellen, werde davon nicht berührt, sagte er.

Die ersten 500 Einstellungen in Spanien sollten noch in diesem Jahr erfolgen. Allerdings wird wohl nur ein Bruchteil der Iveco-Mitarbeiter in Ulm, Weisweil und Görlitz vom Aufbau dieser neu entstehenden Arbeitsplätze profitieren können.

Die Umstrukturierungen bei Iveco gehen mit den von Altavilla angekündigten Werksschließungen in eine weitere Runde. Bereits zuvor wurden die Bus-Produktionsstätten im italienischen Avellino und in Barcelona in Spanien geschlossen. Die Feuerwehrwagen-Tochter Camiva kündigte im Mai die Schließung einer Fabrik in Saint-Alban-en-Leysse in Savoyen an. Camiva wurde 1997 von Renault übernommen.

Fiat Industrial ist der Zusammenschluss der Nutzfahrzeugproduktion im Fiat-Mutterkonzern. Fiat Industrial verzeichnete im ersten Quartal 2012 einen Gewinnsprung um mehr als 90 Prozent auf 207 Mio. Euro gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/rts