Wirtschaft

JP Morgan-Rekordvergleich vor Gericht Klage gegen "Hinterzimmer-Vereinbarung"

Mit 13 Milliarden Dollar will sich die US-Großbank JP Morgan aller Sorgen aus der Finanzkrise entledigen und einen Rechtsstreit mit der US-Regierung verhindern. Das stinkt nicht nur den Steuerzahlern. Eine Lobby-Gruppe macht mobil.

Verfechter strengerer Bankenregulierung wollen den Rekordvergleich zwischen JP Morgan und der US-Regierung kippen. Die US-Lobby-Gruppe Better Markets reichte bei einem amerikanischen Bundesgericht Klage gegen das US-Justizministerium ein, um die im November geschlossene Vereinbarung zu stoppen. Diese sieht vor, dass die Großbank 13 Milliarden Dollar zahlt und dafür der Streit über den Verkauf von Hypothekenpapieren beigelegt wird.

JP Morgan Chase
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Die staatlichen Hilfszahlungen an die Banken seien schon schlimm genug gewesen, erklärte Better-Markets Chef Dennis Kelleher. Nun solle der Steuerzahler auch "eine in Hinterzimmern geschlossene Geheimvereinbarung akzeptieren". Die Gerichte seien nicht ausreichend in den Vergleich einbezogen worden.

JP Morgan hatte vor der Finanzkrise - wie viele andere Banken auch - mit milliardenschweren Immobilienkrediten besicherte Wertpapiere verkauft. Nach dem Platzen der US-Immobilienblase wurden viele davon weitgehend wertlos. Mehrere Käufer, darunter zahlreiche Banken, gerieten in finanzielle Schwierigkeiten und wurden vom Staat gerettet. Die Geschäftsführung von JP Morgan wollte einen Rechtsstreit mit der Regierung unbedingt verhindern und stimmte im November dem größten Vergleich in der Geschichte der USA zu.

Quelle: n-tv.de, bad/rts