Wirtschaft

Börsen-Rauswurf nicht mehr nötig Kodak-Insolvenz im Januar?

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(Foto: picture-alliance / dpa)

Gnadenfrist für einen gefallenen Börsenstar: Der Börsenwert des ehemaligen Fotoriesen Kodak muss sich innerhalb eines halben Jahres berappeln, sonst blüht dem Unternehmen der Abschied von der Börse. Ob das gelingt, ist mehr als fraglich, denn das Unternehmen kämpft seit geraumer Zeit gegen die Pleite - und die könnte bereits sehr bald drohen.

Der schwer angeschlagene US-Fotokonzern Eastman Kodak kämpft ums nackte Überleben. Mittlerweile schließt der Fotopionier einem Medienbericht zufolge einen Insolvenzantrag nicht mehr aus. Ein Antrag auf Gläubigerschutz könnte im Januar oder Anfang Februar gestellt werden, falls es dem Konzern nicht gelinge, digitale Patente zu verkaufen, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Bei Eastman Kodak blieb die Frage nach einer Stellungnahme zunächst unbeantwortet.

Aktien des Konzerns gaben bis zu 30 Prozent auf 44 Cent nach.

Kodak brachte 1888 die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt und war viele Jahrzehnte ein Synonym für Fotografie. Das Unternehmen hat aber schwer zu kämpfen, weil fast nur noch mit Digitalkameras fotografiert wird. Seit 2007 schrieb Kodak keinen Gewinn mehr.

Patente mit Milliardenwert

Kodak brachte 1888 die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt und war viele Jahrzehnte ein Synonym für Fotografie. Das Unternehmen hat aber schwer zu kämpfen, weil fast nur noch mit Digitalkameras fotografiert wird. Seit 2007 schrieb Kodak keinen Gewinn mehr.

Früheren Angaben zufolge wird der Wert von Kodaks Digital-Patenten auf etwa 2 Mrd. Dollar geschätzt.

Nyse-Ausschluss droht

Zudem droht der Ausschluss von der New Yorker Börse. Grund ist, dass der Aktienkurs infolge der finanziellen Probleme auf unter 1 Dollar eingebrochen ist. Der Börsenbetreiber Nyse duldet derartige "Penny Stocks" nur für begrenzte Zeit.

Kodak erklärte, von der Nyse über den möglichen Rauswurf informiert worden zu sein. Der Fotokonzern hat nun sechs Monate Zeit, sich wieder zu berappeln, ansonsten muss sich Kodak nach alternativen Handelsplätzen umsehen. Das dürfte weitere Anleger verprellen.

Abwärtsspirale

Viele Investoren sind bereits geflüchtet. Zuletzt hatte die Kodak-Aktie am 7. Dezember über der 1-Dollar-Marke geschlossen. Am Dienstag beendete sie den Handel bei 0,655 Dollar. Vor einem Jahr war Kodak noch fast zehnmal so viel wert. Es folgten hohe Verluste und die Barbestände schmolzen rasant dahin.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts

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23.04.09