Wirtschaft

Devisenmangel wegen Corona Kuba verzichtet auf Steuer für Dollar-Tausch

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Neben der offiziellen Landeswährung Peso (CUP) gilt im Zahlungsverkehr der Peso Cubano Convertible (CUC).

(Foto: imago images/Hans Lucas)

Der Einbruch des Tourismus setzt Kuba wirtschaftlich zu. Die sozialistische Regierung braucht dringend Geld und schafft deshalb die Steuer auf den Ankauf von US-Dollar ab. Doch auch ohne Pandemie war die Wirtschaft bereits angeschlagen - und das hat auch mit der Krise eines Nachbarn zu tun.

Wegen fehlender Tourismuseinnahmen in der Corona-Krise schafft Kuba eine zehnprozentige Steuer auf den Ankauf von US-Dollar ab. Außerdem sollen ab Montag in 72 Geschäften Lebensmittel und Hygieneprodukte per Karte in der Währung der USA bezahlt werden können, wie Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil im Staatsfernsehen erklärte. Die Maßnahme werde Kubanern in und außerhalb des Karibiklandes zugutekommen. Dessen sozialistische Regierung hatte im Jahr 2004 die Abgabe mit der Begründung eingeführt, das Embargo der USA erschwere Kuba den Gebrauch von Dollar auf dem internationalen Markt.

Seit 1994 hat der Inselstaat ein System der Doppelwährung. Neben der offiziellen Landeswährung Peso (CUP) gilt im Zahlungsverkehr der Peso Cubano Convertible (CUC). Der CUC-Wert entspricht dem des US-Dollar, der Umtauschkurs zum CUP liegt bei 1 zu 25. Während der CUP von Kubanern im stark subventionierten Staatssektor verwendet wird, zahlen ausländische Touristen in CUC.

Angesichts der schweren Wirtschaftskrise im verbündeten Venezuela fehlten Kuba bereits vor der Corona-Pandemie zunehmend Devisen. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Verkauf von Autos und Elektrogeräten in Dollar erlaubt. "Wir müssen Waren in frei konvertibler Währung verkaufen, um Geld zu haben und damit in die nationale Industrie zu investieren", sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel in einer Sondersitzung des Ministerrates.

Quelle: ntv.de, agr/dpa