Wirtschaft

25 Prozent in zwei Wochen Lufthansa-Aktien steigen weiter

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Steigende Tendenz bei der Lufthansa

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Seit März haben Lufthansa-Papiere rund 40 Prozent an Wert eingebüßt. Seit zwei Wochen klettern die Papiere aber wieder. Eine Prognoseanhebung liefert nun den nächsten deutlichen Kaufimpuls.

Lufthansa-Aktionäre können nach den heftigen Kursverlusten der vergangenen Monate etwas aufatmen. Beflügelt vom optimistischeren Ausblick kletterten die Aktien von Deutschlands größter Airline in der Spitze um rund 10 Prozent auf 11,51 Euro. Danach pendelte sich der Aufschlag bei etwa 8 Prozent ein. Lufthansa waren damit mit Abstand größter Gewinner im Börsenleitindex Dax.

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Lufthansa 11,10

In den vergangenen zwei Wochen konnten die Papiere damit insgesamt über ein Fünftel zulegen. Sie machten so einen Teil der Verluste der vergangenen Monate wieder wett: Seit März hatten die Anteilsscheine rund 40 Prozent an Wert verloren.

"Bei Airlines hätte das nun wirklich keiner so schnell erwartet", erklärte ein Händler die überraschende Prognoseerhöhung der Lufthansa. Die Branche werde von einem negativen Themen-Cocktail aus Streiks, Preisdruck, Brexit und Terrorismus gebremst, so dass hier niemand auf eine Erhöhung gesetzt habe, erläuterte er.

Lufthansa erwartet 2016 nun ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahres. Unter den ursprünglichen Erwartungen, das Rekordergebnis des Vorjahres von rund 1,82 Milliarden Euro zu übertreffen, bleibt der Dax-Konzern aber nach wie vor zurück. Analysten hatten der Lufthansa nach der Gewinnwarnung im Sommer bisher nur ein Ebit von 1,6 Milliarden Euro zugetraut.

Auf dem Boden bleiben

Marktteilnehmer warnten allerdings vor zu viel Euphorie. "Die 'Visibilität' bei Lufthansa ist gering, das dürfte die Kursgewinne begrenzen", so ein Händler. Immerhin habe die Airline ihre Prognose erst im Sommer gesenkt. Dass sie nun wieder erhöht werde, spiegele die Volatilität der Branche und mache sie damit schwerer berechenbar.

Die Analysten von S&P Global nahmen sogar trotz der Erhöhung der Lufthansa ihre Gewinnschätzungen 2017 zurück und empfahlen die Aktie zum Verkauf. Der Dax-Konzern sei in einem zunehmend schwieriger werdenden Umfeld schlechter positioniert als Wettbewerber, begründeten die Analysten.

Die Lufthansa warnte am Mittwoch trotz der Prognoseerhöhung davor, dass politische und wirtschaftliche Unsicherheiten die langfristigen Buchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa weiterhin deutlich belasten. Die Prognose der Kurzfristbuchungen bleibe deshalb anspruchsvoll und könne auch weiterhin zu wesentlichen Ergebnisschwankungen führen.

Passagegeschäft läuft besser

In den ersten neun Monaten sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 1,68 von 1,69 Milliarden Euro. Dabei erhöhte das Geschäftsfeld Passage Airline, also der Verkehr über die Drehkreuze, das bereinigte EBIT auf 1,41 von 1,35 Milliarden Euro. Wie sich in den Verkehrszahlen schon angedeutet hatte, lief der September für Lufthansa den vorläufigen Zahlen zufolge recht gut, denn insbesondere die schwer zu prognostizierenden Kurzfristbuchungen von Geschäftsreisenden im September entwickelten sich besser als erwartet.

Die Stückkosten, also die Kosten pro geflogenem Sitzplatzkilometer, jahrelang ein Kernproblem der Airline, sanken im dritten Quartal - bereinigt um Währungseffekte und Treibstoffkosten und unter Herausrechnung der positiven Effekte des Tarifabschlusses mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO und weiterer einmaliger Effekte - um 2,1 Prozent. Die währungsbereinigten Stückerlöse sanken im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent. Im laufenden vierten Quartal dürften sie um 7 bis 8 Prozent zurückgehen.

Quelle: ntv.de, bad/DJ