Wirtschaft

Die Tochter geht an die Briten Lufthansa wirft BMI ab

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Verlustbringer verkauft: Die Lufthansa fliegt alleine weiter.

(Foto: REUTERS)

Die Deutsche Lufthansa hat eine neue Heimstätte für ihr Sorgenkind British Midland (BMI) gefunden. Die verlustbringende Tochter geht an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia. IAG sichert sich damit weitere Landerechte in London-Heathrow. Die Konkurrenz hofft auf ein Veto der Wettbewerbshüter.

Die Deutsche Lufthansa hat den Verkauf ihrer verlustreichen Tochter British Midland (BMI) besiegelt. Der Vertrag über den Verkauf von BMI an die Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, der International Airlines Group (IAG), sei unterzeichnet worden, teilte der Konzern mit. Für die größte deutsche Fluggesellschaft geht damit ein wenig erfolgreiches Kapitel zu Ende.

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Eine BMI-Maschine in London-Heathrow: bei den Briten besser aufgehoben.

(Foto: dpa)

Geld aus dem Verkauf wird die Lufthansa angesichts der finanziellen Lage bei BMI nicht sehen. Der Bruttokaufpreis betrage zwar 172,5 Mio. britische Pfund, hieß es. Das sind rund 207 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der vereinbarten Anpassungen werde der Nettokaufpreis jedoch voraussichtlich "deutlich negativ" ausfallen, hieß es in der Mitteilung. Im Klartext: Die Lufthansa zahlt noch einmal drauf, wird dafür aber immerhin eine kräftezehrende Dauerbaustelle los. Unter anderem übernimmt die deutsche Fluggesellschaft Pensionsverpflichtungen für BMI. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant. Die Transaktion solle sich jedoch nach rund einem Jahr für die Lufthansa amortisieren. Die dauerhaften Sparvorteile aus dem Verkauf sollten dann die Zahlungen ausgleichen.

Eine Grundsatzvereinbarung über den Verkauf der verlustbringenden Konzerngesellschaft war bereits Anfang November unterzeichnet worden. An der Börse kam der Abschluss des Geschäfts gut an: Die Lufthansa-Aktie stieg zeitweise um 2 Prozent auf 9,20 Euro.

BMI war ein großer Bremsklotz für die deutsche Fluggesellschaft. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte British Midland bei einem Umsatz von 658 Mio. Euro einen Verlust von 154 Mio. Euro angehäuft. Seit der Vollübernahme 2009 flogen die Briten Verluste in Höhe von 315 Mio. Euro ein. BMI ist auf den britischen Markt fokussiert und passt daher nicht in das Streckennetz der Lufthansa. Zudem hatte Lufthansa BMI verstärkt als Ferienflieger in die Urlaubsländer Nordafrikas ausgerichtet. Dieses Geschäft brach jedoch wegen der Unruhen in der Region ein.

Branson hofft auf die Kartellwächter

An BMI war auch die Fluglinie Virgin Atlantic interessiert. Bis zuletzt verhandelte die Lufthansa neben British Airways auch mit Virgin. Die kleinere Airline des Unternehmers Richard Branson hoffte darauf, dass die Wettbewerbsbehörden sich gegen den Zusammenschluss zweier großer britischer Fluggesellschaften aussprechen. Bedenklich sei insbesondere die dominante Position von British Airways am Großflughafen London-Heathrow, die durch die Transaktion noch gestärkt werde, argumentierte Virgin.

Die Lufthansa betonte deshalb auch, dass der Deal nur gelte, wenn die Kartellbehörden grünes Licht geben. Der Abschluss der Transaktion sei für das erste Quartal 2012 geplant.

BMI hält 9 Prozent der im Branchenjargon Slots genannten Landerechte in Heathrow. British Airways kontrolliert 42 Prozent. Die Rechte sind viel wert, da der Flughafen aus allen Nähten platzt. Neue Slots sind nicht in Sicht, da Pläne für den Bau einer dritten Landebahn wieder gekippt wurden. Am Frankfurter Flughafen ist dagegen Ende Oktober bereits die vierte Flugzeugpiste in Betrieb gegangen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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23.04.09