Wirtschaft

Problemlose Wahl Mangold neuer Tui-Kontrollchef

Der Wechsel an der Spitze des Tui-Aufsichtsrats ist vollzogen. Klaus Mangold übernimmt den Stab von Dietmar Kuhnt. Auf das Gremium kommen in den nächsten Monaten wichtige Aufgaben zu. Dazu gehört die geplante Trennung von der Reedereibeteiligung Hapag-Lloyd.

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Klaus Mangold (rechts) mit Vorstandschef Michael Frenzel (Mitte) und Dietmar Kuhnt.

(Foto: dapd)

Der frühere Daimler-Vorstand Klaus Mangold ist neuer Chefaufseher beim Reisekonzern Tui. Das teilte das MDax-Unternehmen in Hannover mit. Der neugewählte Aufsichtsrat habe den Manager in seiner konstituierenden Sitzung zum Vorsitzenden bestimmt.

Mangold tritt die Nachfolge von Ex-RWE-Chef Dietmar Kuhnt an, der aus dem Kontrollgremium ausscheidet. Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats ist erneut Petra Gerstenkorn, Mitglied des Bundesvorstands der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Die Hauptversammlung hatte am Vortag einen neuen Aufsichtsrat gewählt. Das Gremium wurde von 20 auf 16 Sitze verkleinert. Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder hatte mit der Hauptversammlung geendet. Die Amtsperiode läuft bis 2016.

Bedenken Fredriksens beachtet

Neue Mitglieder sind unter anderem Ex-Postbank-Finanzvorstand Edgar Ernst und der Finanzvorstand der Sever-Stahlgruppe Michail Noskow, der dem Lager des größten Tui-Aktionärs Alexej Mordaschow zugerechnet wird. Der russische Stahlmilliardär Mordaschow hatte kurz vor der Hauptversammlung seine Anteile bei Tui auf über 20 Prozent erhöht. Er erhielt einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat.

Um den langjährigen Konflikt mit dem zweitgrößten Aktionär, John Fredriksen, zu beenden, wurde zudem der Manager Christian Strenger in das Gremium gewählt. Strenger ist unter anderem Mitglied der Regierungskommission "Deutscher Corporate Governance Kodex". Fredriksen, der mindestens 15 Prozent der Tui-Aktien hält, hatte gefordert, die Unabhängigkeit des Kontrollgremiums müsse erhöht werden.

Auf das Gremium kommen in den nächsten Monaten wichtige Aufgaben zu - etwa die geplante Trennung von der Reedereibeteiligung Hapag-Lloyd. Das Unternehmen hat einen Börsengang noch vor dem Sommer nicht ausgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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23.04.09