Wirtschaft

Jede Pommes zählt McDonald's will Preise erhöhen

Burger und Pommes sind für McDonald's das "Brot-und-Butter-Geschäft" und sorgen für steigenden Umsatz und Gewinn im ersten Quartal 2011. Die Marge sinkt aber, vor allem wegen der gestiegenen Kosten für Zutaten. McDonald's zieht die Notbremse und will deshalb nun an der Preisschraube drehen - "vorsichtig" immerhin.

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McDonald's: Die Kosten für Lebensmittel und Papier erreichten einen Anteil von 33,6 Prozent am Umsatz nach 32,9 Prozent im vergleichbaren ersten Quartal 2010.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

McDonald's ringt mit dem starken Preisanstieg für Zutaten und will nun einen Teil der Mehrkosten für Pommes, Hamburger & Co auf die Kunden abwälzen. Der Weltmarktführer stellt sich nach eigenen Angaben in den USA und in Europa inzwischen auf einen Anstieg der Kosten von bis zu 4,5 Prozent in diesem Jahr ein.

Bislang hatte er nur eine halb so starke Verteuerung erwartet. Deshalb will McDonalds nun "vorsichtig" an der Preisschraube drehen, ohne seine Kunden zu verprellen. Die Kunden der Schnellrestaurants würden bereits überall sonst stärker zur Kasse gebeten, erklärte Konzernchef Jim Skinner. "Bei McDonald's sollte ihnen nicht das gleiche Schicksal blühen."

Rohstoffkosten deutlich gestiegen

Schon im ersten Quartal geriet die Rendite des Unternehmens leicht unter Druck, weil neben Fleisch und Mehl auch das Papier für die Verpackungen teurer geworden ist. Die hohen Ölpreise dürften sich nach Einschätzung von Experten in den kommenden Monaten gleichfalls auf das Geschäft mit Burgern und Pommes niederschlagen: Die Filialen fahren das Angebot nach eigenem Gutdünken zurück, wenn die Kunden wegen Mehrausgaben für Benzin beispielsweise auf den Schnellimbiss zwischendurch verzichten.

"Die zentrale Frage ist, wie der Konzern seine Preise erhöht, um die Kostensteigerungen aufzufangen", sagte Edward Jones von Jack Russo. McDonald's hat in der Rezession und der anschließenden US-Erholung kleineren Rivalen Marktanteile abgenommen, nicht zuletzt dank der neuen Kette McCafe. Der Konzern macht ein Drittel seines Umsatzes zuhause und 40 Prozent in Europa, wo mehr Besserverdienende zur Kernkundschaft zählen als in den USA.

Gewinn hoch, Marge runter

Im ersten Vierteljahr legte der Netto-Gewinn überraschend deutlich um knapp 11 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar zu. Die Rendite ging allerdings auf 17,7 Prozent von 18,2 Prozent zurück. Die Kosten für Lebensmittel und Papier erreichten einen Anteil von 33,6 Prozent am Umsatz nach 32,9 Prozent im vergangenen Jahr.

Der Erlös kletterte um 9 Prozent auf 6,1 Mrd. Dollar. Skinner geht davon aus, dass der gute Lauf anhält.

Die Aktien gaben in New York rund zwei Prozent nach, während der Gesamtmarkt fester notierte.

Nummer-Eins-Status unangetastet

McDonald's ist der unangefochtene Marktführer unter den Fastfood-Ketten. Die Nummer zwei, Burger King, kommt nur auf ein Zehntel der Größe und hatte zwischenzeitlich mit einem schrumpfenden Geschäft zu kämpfen. Mittlerweile gehört Burger King einem Finanzinvestor.

McDonald's mit Sitz im US-Bundesstaat Illinois unterhält mehr als 32.000 Filialen in 117 Ländern und beschäftigt weltweit 1,7 Millionen Mitarbeiter. Allein in den USA bedient sie täglich 26 Millionen Kunden.

Quelle: n-tv.de, rts/dpa