Die Mauer in den Top-KonzernenMehr Amis als Ossis in Dax-Vorständen

Ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung ist die Chefetage der deutschen Wirtschaft weiter Sperrgebiet für Ostdeutsche. Kaum einer schafft den Sprung in die oberste Liga der Dax-Konzerne: Dort sind Ossis eine Randgruppe wie Inder.
25 Jahre nach dem Mauerfall ist der Weg für ostdeutsche Manager in die Topliga der deutschen Wirtschaft immer noch schwierig. Nach einem Bericht der Zeitung "Welt am Sonntag" sind Vorstände, die in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen sind, in den 30 Dax-Unternehmen weiterhin eine Seltenheit.
Unter den 182 Dax-Vorständen seien 17 Amerikaner und fünf Briten, berichtet das Blatt unter Berufung auf eine Untersuchung der Personalberatung KornFerry. In Ostdeutschland geboren und aufgewachsen seien dagegen nur vier - genauso viele wie Inder. Bei den vier Ausnahmen aus Ostdeutschland handele es sich um Kathrin Menges, Vorstand bei Henkel, Torsten Jeworrek von Munich-Re, Hauke Stars von der Deutschen Börse in Frankfurt und Eon-Vorstand Mike Winkel.
"Die Ausbildung in der DDR hat die Menschen nicht für die Managerebene qualifiziert", zitiert die Zeitung die KornFerry-Beraterin Berit Bretthauer. "Leistung wurde im dortigen System nur teilweise belohnt, vieles war politisch." Vielen fehle es an aggressiver Selbstvermarktung.