Wirtschaft

Angora-Produkte von gequälten Kaninchen Modeverband findet Bann schwierig

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In schäbigen Käfigen: Angora-Kaninchen in China.

(Foto: dpa)

Meldungen über in China gequälten Angora-Kaninchen haben Folgen. Die Moderiesen H&M und C&A verzichten deshalb auf die Produktion von Angora-Kleidung. Klassische Modehändler finden das allerdings problematisch.

Nach der Ankündigung von H&M und C&A, Kleidung mit Angora-Wolle aus ihren Geschäften zu verbannen, will der deutsche Textilhändlerverband seine Mitglieder über das Thema informieren. "Allerdings ist es für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren", sagte der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin.

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Die meisten Händler haben Augustin zufolge kaum einen Überblick darüber, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten. Ein Video der Tierschutzorganisation Peta hatte Entsetzen ausgelöst. Es zeigt, wie lebenden Angora-Kaninchen in China das Fell vom Leib gezogen wird. Daraufhin hatten die Modehäuser H&M und C&A angekündigt, keine Kleidung mit Angorawolle mehr produzieren zu lassen.

"H&M akzeptiert nicht, dass Tiere schlecht behandelt werden", teilte das schwedische Unternehmen mit. "Wir erlauben nur Produkte aus Kaninchenhaar von Farmen mit guten Bedingungen für die Tiere." Der Modekonzern kündigte "weitere Kontrollen" seiner Lieferanten an. Kunden könnten gekaufte Angora-Pullis umtauschen.

Bestandteile nicht zentral erfasst

"Bis zur Aufklärung der Vorwürfe werden wir mit sofortiger Wirkung keine Aufträge für Waren mit Angora mehr platzieren", sagte C&A-Pressesprecher Lars Boelke. "Uns lagen bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über Verstöße gegen Tierschutz bei den im Auftrag unseres Unternehmens gefertigten Angora-Produkten vor." C&A produziert Angora-Produkte nicht selbst. Man werde den Vorwürfen nachgehen. Peta zufolge kommt 90 Prozent aller Angorawolle weltweit aus China.

Es gebe in Deutschland nur wenige Modehändler, die selbst produzierten oder Kleiderproduktionen in Auftrag gäben, erläuterte Augustin. Deswegen seien die Bestandteile eines Kleidungsstückes bei den Unternehmen nicht zentral erfasst. "Sofern ein Pullover nicht gerade als reiner Angora-Pullover beworben wird, ist es schwierig für den Händler." Er könne dann allenfalls die Etiketten aller Teile nach Angora-Angaben durchsehen. Das sei aber eher unrealistisch.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa

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