Wirtschaft

Millionenbetrug bei Schweizer Tochter NordLB spielt Feuerwehr

Die Schweizer Skandifinanz wird durch zwei Geschäftsleute aus Luzern um Millionen geprellt. Das Mutterunternehmen NordLB muss mit 100 Millionen Euro eingreifen, um eine Schieflage der Tochter zu verhindern. Durch den Finanzbetrug hat der Skandifinanz ein Verlust von 136,7 Millionen Euro gedroht.

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NordLB-Zentrale in Hannover

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Die NordLB ist mit ihrer Schweizer Tochter Skandifinanz Opfer eines millionenschweren Finanzbetrugs geworden. Die Landesbank habe ihrer Tochtergesellschaft bereits mit einer Kapitalspritze von 100 Millionen Euro unter die Arme gegriffen, damit diese durch den Betrugsfall nicht in Schwierigkeiten gerate, sagte ein Skandifinanz-Sprecher.

Die Schweizer Strafverfolger sind seinen Angaben zufolge über den Vorfall bereits informiert worden; ein entsprechendes Verfahren sei eröffnet. Da der entstandene finanzielle Schaden durch die NordLB ausgeglichen worden sei, stehe die Zahlungsfähigkeit nicht in Frage. Die Geschäfte würden "in üblicher Weise" fortgeführt.

Kerngeschäft der Skandifinanz ist die Exportfinanzierung. Für solche Geschäfte kauft die Bank von Firmen, die ins Ausland exportieren, Zahlungsforderungen ab, die diese gegenüber ausländischen Käufern ihrer Waren haben. Das Geschäft für die Skandifinanz besteht darin, die Zahlungsforderungen für einen günstigeren Preis einzukaufen als die Gesamtsumme, die das Institut dann von den Käufern der Produkte gezahlt bekommt. Die NordLB ist die Landesbank von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Wieder "solide und gesund"

Ein Sprecher der Schweizer Finanzmarktaufsicht FinMa sagte, für die Skandifinanz habe durch den Betrugsfall "das Risiko ernsthafter Verluste oder eines Eigenkapitalproblems" bestanden. Deswegen habe die FinMa im Verlauf des Februars eingegriffen. Die NordLB habe alle Verluste und Risiken übernommen, was aus Sicht der FinMa zufriedenstellend gewesen sei. Durch die Kapitalspritzen sei die Skandifinanz wieder eine "solide und gesunde" Bank. Durch den Finanzbetrug hatte der Skandifinanz ein Verlust von umgerechnet 136,7 Millionen Euro gedroht, wie der Schweizer "Tages-Anzeiger" berichtete.

Die Skandifinanz war Opfer eines Betrugs durch zwei Geschäftsleute aus Luzern geworden. Zwei Führungskräfte des Instituts wurden im Zusammenhang mit der Affäre bereits entlassen, wie der "Tages-Anzeiger" berichtete.

Quelle: ntv.de, wne/AFP

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