Wirtschaft

AstraZeneca bleibt eigenständig Pfizer schluckt die bittere Pille

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Aus einer Fusion des britischen und des US-Unternehmens wäre der größte Pharmakonzern der Welt hervorgegangen.

picture alliance / dpa

Zweimal bessert US-Pharmariese Pfizer das Angebot nach, zweimal lehnt der britische Konkurrent AstraZeneca ab. Jetzt reicht es den Amerikanern.

Durch das Scheitern der Gespräche zwischen Pfizer und seinem britischen Konkurrenten AstraZeneca bleibt die größte Fusion in der Geschichte der Pharma-Industrie aus - vorerst. Wie Pfizer ankündigte, werde es kein neues Angebot für eine Übernahme des Rivalen vorlegen. Die Amerikaner hatten ihre Offerte zweimal erhöht - von zunächst 99 Milliarden Dollar auf 106 Milliarden Dollar, dann auf sogar 117 Milliarden Dollar (85 Milliarden Euro). Es wäre die höchste jemals gezahlte Summe für ein britisches Unternehmen gewesen.

Doch AstraZeneca lehnte jedes Mal mit der Begründung ab, das Unternehmen sei damit unterbewertet. Der britische Konzern kritisierte zudem, Pfizer gehe es vor allem um Steuervorteile in Großbritannien und um Einsparungen. Pfizer hatte nur bis heute Zeit, eine weitere Offerte abzugeben, nachdem das Unternehmen zuletzt eine feindliche Übernahme ausgeschlossen hatte. Der Viagra-Hersteller wäre zusammen mit AstraZeneca zum weltgrößten Pharma-Konzern aufgestiegen und hätte damit den Schweizer Konkurrenten Novartis vom Thron gestoßen.

Investoren fordern neue Verhandlungen

Völlig vom Tisch ist eine mögliche Fusion damit allerdings nicht. Zwar muss Pfizer nach britischem Recht nun mindestens sechs Monate lang die Füße stillhalten - allerdings könnte AstraZeneca schon Ende August die Verhandlungen neu beleben. In diese Richtung sollen einige Großaktionäre das Management bereits gedrängt haben. Die "Financial Times" hatte vergangene Woche berichtet, dass unter anderem der Vermögensverwalter Blackrock als größter Investor bei AstraZeneca eine Rückkehr an den Verhandlungstisch forciert.

Pfizer hatte zuletzt 69,4 Milliarden Pfund (85,2 Milliarden Euro) oder 55 Pfund je Aktie geboten. Trotz eines bereits kräftigen Aufschlags auf den vorherigen Aktienpreis forderten die Briten 59 Pfund und lehnten ab. Das soll nicht allen Investoren gepasst haben, für einige wäre das Angebot eine gute Gelegenheit zum Ausstieg gewesen. Beide Pharmariesen stehen unter Druck, weil demnächst ihr Patentschutz für wichtige Medikamente abläuft.

Quelle: n-tv.de, bwe/AFP/dpa/rts

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