Wirtschaft

Etappensieg in Milliardenklage Porsche sticht Hedgefonds aus

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Für mehrere Hedgefonds ist Porsche nach der gescheiterten Übernahme von VW ein rotes Tuch.

(Foto: REUTERS)

Im juristischen Nachspiel des gescheiterten Übernahmeversuchs von Volkswagen durch Porsche geht es um "Sittenwidrigkeit" und "besondere Verwerflichkeit". So argumentieren die klagenden Hedgefonds. Ein Gericht sieht das anders.

Mit einem juristischen Etappensieg startet die Porsche Holding in die Woche. Am Stuttgarter Landgericht wurde eine Klage von rund zwei Dutzend Hedgefonds über 1,36 Milliarden Euro im Zuge der verpatzten VW-Übernahme abgewiesen. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Die Entscheidung hatte sich bereits Mitte Februar angekündigt, als sich die Parteien erstmals vor dem Stuttgarter Landgericht gegenübersaßen. Damals hatte die vorsitzende Richterin Carola Wittig den Vertretern der rund zwei Dutzend klagenden Hedgefonds, darunter beispielsweise Viking Global Investors, Glenhill Capital und Greenlight Capital, deutlich gemacht, dass sie an vielen der vorgebrachten Argumente ihre Zweifel hege.

Sittenwidrig, verwerflich?

Dieser Argumentation folgte das Gericht nun auch bei Verkündung des Urteils. Für die Entscheidung des Gerichts war ausschlaggebend, dass in dem Handeln von Porsche keine vorsätzliche Sittenwidrigkeit zu erkennen gewesen sei, denn dafür brauche es eine besondere Verwerflichkeit im Handeln, welche das Gericht jedoch nicht sah.

Das Verfahren geht zurück auf die verpatzte Übernahme von Volkswagen durch Porsche. Im März 2008 hatten die Stuttgarter in einer Pressemitteilung bestritten, ihren VW-Anteil auf 75 Prozent aufstocken zu wollen. Wenige Monate später, im Oktober 2008, hatte Porsche dann in einer Pressemitteilung angekündigt, den eigenen Anteil doch auf diesen Wert erhöhen zu wollen und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag frei zu machen.

Damals war es zu einer wahren Kurs-Rally gekommen. Diverse Hedgefonds hatten im Anschluss auf Schadensersatz geklagt. Mittlerweile ist ein Großteil der milliardenschweren Klagen in Deutschland angesiedelt.

Ein Sprecher der Porsche SE sagte: "Das ist ein wichtiger Etappensieg und ein guter Tag für die Porsche SE. Das Urteil stärkt uns in unserer Auffassung, dass auch die Klagen in Braunschweig und Hannover unbegründet sind."

Quelle: ntv.de, bad/DJ