Wirtschaft

Im Internet bestellen, selbst abholen Real startet Drive-In-Supermarkt

Revolution in der deutschen Einkaufskultur: Im niedersächsischen Isernhagen gibt es den ersten Drive-In-Supermarkt von Real. Der Kunde stellt sich seinen Einkauf online zusammen, braucht aber nicht mehr selbst durch die Regale schlendern, sondern nur noch den kompletten Einkauf abholen.

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Real geht neue Wege.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Wocheneinkauf im Supermarkt wird künftig ähnlich zügig über die Bühne gehen wie der Kurzstopp am Autoschalter eines Fastfood-Restaurants; das zumindest ist die Idee der Supermarktkette Real. Die Metro-Tochter nahm den ersten Drive-In-Supermarkt Deutschlands in Betrieb. In der Filiale in Isernhagen bei Hannover können Kunden ihre Einkäufe übers Internet bestellen und zwei Stunden später mit dem Auto am Markt abholen. Verläuft der Test erfolgreich, könnten nächstes Jahr weitere Filialen folgen.

Real Drive heißt der neue Abhol-Supermarkt. Bei ihren Bestellungen können Kunden über eine spezielle Internet-Seite aus einem Sortiment mit über 5000 Artikeln auswählen. Die Produkte kosten genauso viel wie im Geschäft. Hinzu kommt lediglich eine Service-Gebühr von einem Euro.

Frühestens zwei Stunden nach der Bestellung liegt die Ware zum Abholen bereit. Kunden können aber auch einen beliebigen Abholtermin in den kommenden Tagen angeben. Wird die Ware bis dahin nicht abgeholt, wird sie bis zum Abend des Folgetages gekühlt aufbewahrt - und wandert dann wieder zurück ins Regal.

Zur Abholung fahren die Kunden einfach mit dem Auto an der Filiale vor. An einem Computer-Terminal an der Zufahrt geben sie die Auftragsnummer ihres Einkaufs ein oder scannen den Barcode, den sie von der Real-Internetseite ausgedruckt haben. Dann wird ihnen die Nummer eines Parkplatzes zugewiesen, zu dem ein Mitarbeiter die Einkäufe bringt. Bei schlechter Qualität wird die Ware noch vor Ort umgetauscht. Bezahlt wird bar, mit EC- oder Kreditkarte.

Zielgruppe wird größer

Einzelhandelsexperte Wolfgang Adlwarth von Marktforschungsunternehmen GfK ist sich sicher, dass solche Drive-In-Supermärkte ihre Anhängerschaft finden. "Das Konzept richtet sich an Kunden mit einem eng strukturierten Tagesablauf, die wenig Zeit zum Einkaufen haben", sagt Adlwarth. Diese Zielgruppe werde immer größer.

Zwar bieten Supermarktketten in einigen Regionen schon Bringdienste an oder gibt es Online-Händler wie Amazon, die Lebensmittel mit speziellen Versandunternehmen liefern, wie Adlwarth sagt. Bei diesen Anbietern müssten die Kunden aber zu Hause sein, um die Ware entgegenzunehmen. Bei Drive-In-Supermärkten könnten sie hingegen weitgehend frei entscheiden, wann sie die Ware abholen.

Rewe zieht nach

Real-Konkurrent Rewe hat bereits konkrete Pläne. Anfang 2011 will die Kette drei Abhol-Supermärkte eröffnen. In Köln experimentiert das Unternehmen bereits. Allerdings ist das Konzept Kritikern zufolge weniger aufwändig als bei Real. Bei Rewe geht einfach ein Mitarbeiter durch die Supermarkt-Regale und macht anstelle des Kunden den Einkauf.

Bei Real sind die Wege für die Mitarbeiter durch ein eigenes Lager am Drive-In kürzer. Durch eine große Anzahl von Parkplätzen können viele Einkäufer gleichzeitig bedient werden. Welches Konzept sich durchsetzen wird, entscheiden am Ende die Kunden.

Quelle: n-tv.de, AFP

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23.04.09