Wirtschaft

Unsicherheitsfaktor Hedgefonds Ringen um Athen-Entlastung

Die Verhandlungen mit Griechenlands privaten Gläubigern sind sehr schwierig, befinden sich aber angeblich auf der Zielgeraden. Allerdings ist völlig unklar, ob die Hedgefonds überhaupt mitmachen. Sie haben nämlich auf eine Pleite des Schuldnerlandes spekuliert.

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Erreichen die Griechen das rettende Ufer?

(Foto: AP)

Die Krisengespräche mit privaten Gläubigern über eine Beteiligung an sind auf der Zielgeraden. Völlig offen ist aber noch, wie viele Investoren eine freiwillige Vereinbarung mitmachen werden. Mittlerweile haben viele Hedgefonds griechische Anleihen sowie eine entsprechende Ausfallversicherung (CDS) gekauft, weil sie Finanzkreisen zufolge auf eine Pleite des Landes spekulieren.

Sie hätten daher kein Interesse an einer Rettung des Landes. "Man kann am Ende froh sein, wenn mehr als 50 Prozent der Gläubiger mitziehen", sagte ein Banker. Damit könnte Griechenland aber die dringend benötigte Schuldenentlastung von 100 Milliarden Euro wohl nicht erreichen. Offen ist, ob dies dann zu höheren Hilfszahlungen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) führt. 

Offiziell überwog aber der Optimismus. EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn betonte, die Gespräche über den Schuldenschnitt seien in der Endphase. Die Gläubiger würden auf rund 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der stellvertretende griechische Finanzminister Filippos Sachinidis sprach ebenfalls von Fortschritten in den seit Monaten laufenden Verhandlungen. "Wir haben aber noch keine finale Vereinbarung."        

Nach den Vorstellungen der EU-Länder sollen die Investoren alte Anleihen durch neue ersetzen mit längerer Laufzeit und kleinerem Volumen. Die Verhandlungen des Weltbankenverbands IIF und Griechenlands drehen sich um die konkrete Ausgestaltung der neuen Papiere und damit die endgültige Belastung für die Gläubiger.

"Viel Überzeugungsarbeit nötig"

Die Beteiligung privater Investoren - Banken, Versicherungen und Hedgefonds - ist Voraussetzung für das neue Rettungspaket, das Hilfen über insgesamt 130 Milliarden Euro enthält. Das mit 350 Milliarden Euro verschuldete Land braucht das Geld dringend, da sonst Ende des Quartals die Zahlungsunfähigkeit droht. Am 20. März muss der Staat Anleihen über knapp 15 Milliarden Euro zurückzahlen. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte erneut Druck: Ohne einen Schuldenerlass würden keine neuen Gelder fließen, sagte sie nach einem Treffen mit Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy in Berlin.

Erst nach einer Vereinbarung wird sich zeigen, wie viele Gläubiger mitziehen. "Da wird bilateral viel Überzeugungsarbeit nötig werden", sagte ein Banker. Den Hedgefonds müsse man schon einiges anbieten, damit sie mitzögen. Analysten von Bank of America/Merrill Lynch schätzen, dass mittlerweile rund die Hälfte der Hellas-Anleihen in Händen privater Gläubiger liegt, die sich einer früheren Umschuldungs-Vereinbarung des IIF mit Griechenland nicht angeschlossen haben. Die Banken haben bereits Milliarden auf ihre griechischen Bonds abgeschrieben.

Quelle: ntv.de, wne/rts