Wirtschaft

Zurück in den schwarzen Zahlen Commerzbank hat wieder was übrig

Der harte Konzernumbau bei der Commerzbank zeigt Wirkung. Zudem trotzt das Geldhaus dem Branchentrend und feiert Erfolge im Investmentbanking. Nun soll die Neuaufstellung sogar noch beschleunigt werden.

Die noch immer teilverstaatlichte Commerzbank arbeitet wieder mit Gewinn. Nun soll das Tempo beim Abbau der Altlasten angezogen werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Deutschlands zweitgrößte Bank unterm Strich einen Überschuss von 78 Millionen Euro - obwohl sie fast eine halbe Milliarde Euro für den Umbau des Privatkundengeschäfts und den Abbau von mehr als 5000 Stellen ausgab. 2012 hatte noch ein Verlust von 47 Millionen Euro zu Buche gestanden. Damit übertraf die Commerzbank auch die Erwartungen von Analysten. Insgesamt hat das Finanzinstitut die Kosten im Griff - allerdings lahmt das operative Geschäft.

"Übergangsjahr mit solidem Ergebnis"

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Der geplante Abbau der Immobilien-, Staats- und Schiffskredite komme schneller als erwartet voran, sagte Vorstandschef Martin Blessing. Er sprach von einem Übergangsjahr und einem "soliden Ergebnis" im Kerngeschäft. Dort kam das Geldhaus 2013 allerdings nur noch auf ein operatives Ergebnis von 1,8 Milliarden Euro nach 2,5 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Eine Dividende will die Bank, an der der Staat noch 17 Prozent hält, nicht zahlen.

Wie es weiter hieß, wurden die Kosten von 7,0 Milliarden auf 6,8 Milliarden Euro gedrückt. Im laufenden Jahr dürfen sie unter anderem wegen der Investitionen ins Geschäft mit Privatkunden wieder bis zu 200 Millionen Euro höher sein.

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Starkes Ergebnis zur Bilanzpressekonferenz: Die Zentrale der Commerzbank strahlt ein gewisses Maß an Zufriedenheit aus.

(Foto: dpa)

Derweil stieg die Risikovorsorge auf 1,75 Milliarden Euro, vor allem weil erwartungsgemäß mehr Kredite an den Mittelstand ausfielen. 2014 sollen die Rückstellungen wieder sinken. Bereits im letzten Jahresviertel zeigte sich schon ein Trend zum Besseren. Dennoch verdiente die Mittelstandsbank mit 1,1 Milliarden Euro deutlich weniger. Das machte die Commerzbank allerdings überraschend im Kapitalmarktgeschäft wett, das mit 778 Millionen Euro so viel abwarf wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Gewinn im Geschäft mit den elf Millionen Privatkunden stagnierte bei 225 Millionen Euro. Angesichts niedriger Zinsen wertet die Commerzbank das jedoch als Erfolg.

Giftpapiere machen weniger Verlust

Unterdessen ist die Bad Bank mit den nicht mehr erwünschten Kreditbestände auf 116 Milliarden Euro geschrumpft. Vor eineinhalb Jahren lagerten darin noch rund 160 Milliarden Euro. Auch die Verluste gingen 2013 deutlich zurück - von 1,5 Milliarden auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Bisher hatte Blessing sich nur zugetraut, die "Bad Bank" bis 2016 auf weniger als 90 Milliarden Euro zu verkleinern - nun sollen es weniger als 75 Milliarden Euro sein. "Wir wollen das Portfolio schneller abbauen als ursprünglich geplant, falls das günstige Marktumfeld über 2013 hinaus anhält", sagte er.

Das Kreditvolumen an die notleidende Schifffahrtsbranche, die beim anstehenden Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) für die europäischen Großbanken im Fokus steht, belief sich Ende 2013 noch auf 14 Milliarden Euro.

"Die Abbaubank nimmt langsam Dimensionen an, die nicht mehr so verschreckend sind wie noch vor zwei Jahren", sagte Metzler-Analyst Guido Hoymann. Mit der Commerzbank-Aktie dürfte es am Donnerstag weiter aufwärts gehen. Vorbörslich lag sie drei Prozent im Plus.

Hohe Kernkapitalquote überrascht

In diesem Jahr soll es auch im operativen Geschäft voran gehen. "In allen operativen Segmenten der Kernbank wollen wir 2014 weiter wachsen - und zwar bei Kunden, Marktanteilen und Assets", sagte Blessing. Die Bank werde aber auch noch in diesem Jahr von den niedrigen Zinsen und der geringen Kreditnachfrage im Mittelstand belastet sein.

Insgesamt ist die Commerzbank nun kleiner als sie vor der Fusion mit der Dresdner Bank allein war: Die Bilanzsumme ist zum Jahresende auf 550 Milliarden Euro geschrumpft. Das erleichtert Finanzvorstand Stephan Engels die Steigerung des Eigenkapitalpolsters. Das Ziel einer harten Kernkapitalquote von neun Prozent der Bilanzrisiken wurde vorzeitig erreicht. Nun werden bis 2016 mehr als zehn Prozent angepeilt - unter Berücksichtigung der verschärften Eigenkapitalregeln von Basel III.

Anleger honorierten die Zahlen. Die Titel kletterten zum Handelsstart um bis zu 4,1 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 13,95 Euro. Seit Jahresbeginn kommen Commerzbank-Aktien auf ein Plus von mehr als 14 Prozent. "Es läuft besser bei der Commerzbank, das ist erst einmal eine gute Nachricht", sagte ein Händler. Ein Unsicherheitsfaktor bleibe jedoch das operative Geschäft. "Im Tagesverlauf könnte es daher auch zu Gewinnmitnahmen kommen."

Quelle: n-tv.de, mmo/jwu/rts/DJ/dpa

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