Wirtschaft

Supermarkt-Fusion auf der Insel Sainsbury's greift nach der Nummer drei

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Verschärfter Wettbewerb bei den Briten: Durch eine Fusion von Sainsbury's mit Asda entstünde ein neues Schwergewicht im europäischen Einzelhandel.

(Foto: REUTERS)

Im britischen Einzelhandel könnte es schon bald zu einer milliardenschweren Konzernhochzeit kommen: Einem Bericht zufolge wollen sich Sainsbury's und Asda zusammentun. Ein solcher Schritt dürfte den Druck auf den Marktführer Tesco erhöhen.

In Großbritannien zeichnet sich eine Mega-Fusion der Supermarktketten Sainsbury's und Asda ab. Es könne in Kürze eine Gruppe mit einem Firmenwert von mehr als zehn Milliarden Pfund (11,35 Milliarden Euro) entstehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben eines Insiders.

Sainsbury's ist die Nummer zwei auf der Insel, Asda - eine Tochter des amerikanischen Einzelhandels-Riesen Walmart - die Nummer drei. Zusammen könnten sie den britischen Marktführer Tesco stärker unter Druck setzen, der auch schon die Expansion der deutschen Discounter Aldi und Lidl spürt.

Den Angaben aus informierten Kreisen zufolge soll der fusionierte Konzern den Namen Sainsbury's übernehmen, ohne dass die Marke Asda jedoch vollkommen vom Markt verschwindet. Die Pläne sind offenbar schon recht konkret: Sainsbury's-Chef Mike Coupe solle die neue Gruppe leiten, heißt es. Insider sagten, Walmart werde einen Minderheitsanteil an dem neuen Unternehmen halten. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, Walmart werde mit etwa 40 Prozent größter Anteilseigner.

Pressekonferenz am Montag

Sainsbury's bestätigte am Samstag, dass es mit dem weltgrößten Einzelhändler Walmart fortgeschrittene Gespräche über eine Zusammenlegung des Geschäfts mit Asda führe. Für Montag lud der Konzern zu einer Pressekonferenz ein, was darauf hindeutete, dass sich die Unternehmen einig sein dürften. Ein Knackpunkt könnte aber die Genehmigung der Kartellbehörde werden.

Zusammen kämen Sainsbury's und Asda auf einen Marktanteil von 31,4 Prozent. Tesco liegt bei 27,6 Prozent. Das Geschäft würde die Aufseher hinsichtlich der Frage, ob es im Interesse der Verbraucher sei, ziemlich auf die Probe stellen, sagte Analyst Clive Black von der Investmentgruppe Shore Capital. Eine Auflage dürfte wohl sein, dass sich der neue Konzern von einigen Läden trennen müsse. "Und da draußen sind nicht viele Käufer." Andererseits hatte die Kartellbehörde überraschend keine Einwände gegen Tescos vier Milliarden Pfund teuere Übernahme des Großhändlers Booker, die im März unter Dach und Fach gebracht wurde.

Die Lebensmittelhändler liefern sich in Großbritannien seit langem harte Konkurrenzkämpfe. Bei Sainsbury's ist der Gewinn drei Jahre in Folge zurückgegangen und es wird damit gerechnet, dass der Konzern am Mittwoch den vierten Jahresrückgang meldet. Asda verdiente zwei Jahre hintereinander weniger. Die Fusion wäre das größte Geschäft in der von mehreren Übernahmen geprägten Branche seit die derzeitige Nummer vier Morrisons 2004 das Geschäft von Safeway übernahm.

Quelle: ntv.de, sba/rts