Wirtschaft

Es muss nicht immer Bitcoin sein So investieren Sie in Krypto-Aktien

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(Foto: AP)

Tesla ist dafür bekannt, nicht lange zu fackeln, sondern Fakten zu schaffen - nicht nur bei den Elektroautos sondern beim Bitcoin. Für Anleger gibt es Möglichkeiten, am Hype zu partizipieren - ohne direkt die Kryptowährung zu kaufen.

Mitte März war es soweit: Nach mehreren Versuchen kletterte der Bitcoin erstmals über 60.000 Dollar. Seit Herbst vergangenen Jahres geht es abgesehen von kurzen Unterbrechungen stramm aufwärts, damals wurden noch rund 10.000 Dollar verlangt. Damit führt der Bitcoin mit Abstand die Rangliste an: Der Gesamtwert aller Münzen liegt bei rund 1,8 Billionen Dollar, auf den Bitcoin entfallen knapp 1,1 Billionen Dollar. Zur Einordnung: Ether als zweitgrößte Währung kommt nur auf 230 Mrd. Dollar.

Aus Sicht der Bitcoin-Fans ist die nun erreichte 60.000er-Marke aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu deutlich höheren Kursen. So sieht der prominente Entwickler des Stock-to-Flow-Modells, Plan B, bis Jahresende bis zu 500.000 Dollar für möglich. Nach oben gibt es kaum Grenzen. Hier zeigt sich ein ähnliches Phänomen wie am Aktienmarkt: Nur wer unvorstellbare Kursziele ausgibt, wird noch wahrgenommen und sorgt für Schlagzeilen.

Als Anleger sollte man hingegen tief Luft holen und sich nicht von der Begeisterung anstecken lassen. Angst und Gier sind bekanntlich keine guten Berater an den Finanzmärkten. Zweifellos haben sich die Perspektiven für den Bitcoin in den vergangenen Monaten aufgehellt. So kaufte Tesla zunächst für 1,5 Milliarden Dollar Münzen und bietet seit Ende März auch Zahlungen in Bitcoin beim Kauf seiner Elektroautos an. Ein guter Marketingstreich, der ins Bild passt.

Institutionelle Investoren kaufen Bitcoin

Optimistisch stimmt auch, dass institutionelle Investoren verstärkt zugreifen. Der neuseeländische Rentenfonds KiwiSaver investierte rund fünf Prozent seines Vermögens in Bitcoin. Seit Wochen halten sich auch hartnäckig Gerüchte, nach denen der bedeutende singapurische Staatsfonds Temasek bereits dabei ist. „Ein Verbot des Bitcoins und anderer Kryptowährungen wird immer unwahrscheinlicher und wäre kaum durchzusetzen“, meint Gil Shapira, Chefstratege beim Broker eToro. „Der Bitcoin steht zunehmend in Konkurrenz zu Gold und als Instrument zur Inflationsabsicherung gesehen“, meint Shapira.

Der nächste Kurstreiber ist auch bereits in Sicht: Erst kürzlich reichte der Vermögensverwalter Fidelity einen Antrag für einen börsengehandelten Bitcoin-Fonds ein. Sollten die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben, wäre mit massiven Mittelzuflüssen zu rechnen.

Allerdings sind auch die Schwankungen nicht zu unterschätzen. Seit Jahresbeginn kam es bereits mehrfach zu scharfen Rücksetzern innerhalb kurzer Zeit von 20 bis 30 Prozent. Wem solche Kurskapriolen schlaflose Nächte bereiten, sollte besser die Finger vom Bitcoin lassen und auf Alternativen ausweichen.

Das sind die Bitcoin-Alternativen

Vor allem einige Technologiefirmen profitieren über ihre Geschäftsmodelle oder Produkte vom Hype um die Kryptowährungen. NVIDIA und AMD produzieren die notwendigen Grafkarten, die wiederum die Voraussetzung sind, um Bitcoins und andere digitale Münzen zu schürfen. Zu den größten Haltern von Digitalmünzen zählen Microstrategy, Tesla, Square, Marathon Digital Holdings und Galaxy Digital Holdings. Auch Paypal ist als Bezahldienstleister in das Geschäft mit den Coins eingestiegen.

Wer in deutsche Unternehmen investieren möchte, wird nur im Small Cap-Segment fündig. Eine Alternative zur US-Kryptobörse Coinbase ist die Bitcoin Group. Der mit Abstand größte Betreiber einer Bitcoinbörse im deutschsprachigen Raum meldete Mitte März einen Umsatz- und Gewinnsprung für das Geschäftsjahr 2020. Im Bereich der Blockchain-Entwicklungsgesellschaften hat sich hierzulande die Advanced Blockchain AG aus Berlin einen Namen gemacht. Blockchain ist die Basis für Bitcoin. Sie ist eine fälschungssichere, öffentliche Datenbank, die neben Bitcoin noch zahlreiche andere Anwendungen ermöglicht.

Benjamin Feingold betreibt das Börsenportal Feingold Research.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von einzelnen Aktien, ETFs, Zertifikaten oder anderen Anlageprodukten dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Quelle: ntv.de

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