Wirtschaft
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Freitag, 19. April 2013

Solarsparte im Blick, aber wie finanzieren?: Solarworld will Bosch-Patente

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch beendet nach Milliardenverlusten sein Solar-Experiment und steigt aus. Interessenten für Teile der Sparte gibt es dennoch. Die Fertigung möchte sich Solarworld einverleiben. Allerdings gibt es da ein nicht unerhebliches Problem.

Solarworld kämpft zwar ums nackte Überleben, dennoch wirft der Konzern ein Auge auf die Solarzellen-Fertigung des Autozulieferers Bosch. "Wir sind an Teilen der Bosch-Produktion interessiert, insbesondere an der Solarzellen-Fertigung", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck dem "Handelsblatt". Er bestäigte damit einen früheren Bericht der "Thüringer Allgemeinen".

Das Problem dabei: Solarworld ist alles andere als flüssig. Das einstige Aushängeschild der Branche steckt tief in der Krise. Erst jüngst hatte das Unternehmen bekanntgegeben, dass es schon Ende 2012 das Kapital seiner Aktionäre komplett verloren hatte. Der Grund sind Verluste von 520 Mio. bis 550 Mio. Euro. Das Eigenkapital wird sich nach aktueller Schätzung auf minus 20 Mio. bis 50 Mio. Euro belaufen. 2011 hatte in der Bilanz des Unternehmens noch eine Summe von 630 Mio. Euro gestanden.

Geld will Asbeck für die Übernahme aber nicht in die Hand nehmen. "Warum sollen wir etwas finanzieren, das Bosch schließen will?" Der streitbare Firmengründer betonte: "Wir finden es schade, wenn mit deutschen Fördergeldern entwickelte Technologie von hier verschwinden würde." Es müsse verhindert werden, dass die Patente nach China gehen. Notfalls solle Bosch wie bereits Schott nach der Aufgabe seines Solar-Geschäftes die entsprechenden Patente an das Fraunhofer-Institut vergeben.

Bosch will seine Solartechnik loswerden und sich aus dem Solargeschäft verabschieden. Seit dem Einstieg des Autozulieferers in dieses Geschäftsfeld im Jahr 2008 verbrannte das Unternehmen rund 2,4 Mrd. Euro. Allein rund 1 Mrd. Euro waren es im vergangenen Jahr. Das Werk im thüringischen Arnstadt wird geschlossen. Den 3000 Mitarbeitern droht die Arbeitslosigkeit.

Kursturbulenzen

Die Solarmodul-Fertigung liegt bei der börsennotierten Bosch-Tochter Aleo Solar. Nach Worten von Bosch-Chef Volkmar Denner gibt es dafür mehrere Interessenten. Aleo rutschte nach jüngsten Angaben im 1. Quartal indes noch tiefer in die roten Zahlen. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) stehen von Januar bis Ende März 16,3 Mio. Euro Verlust - und damit doppelt soviel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum..

Den noch vorläufigen Zahlen zufolge brach der Umsatz aus dem Startquartal um gut 40 Prozent auf 31,1 Mio. Euro ein. Die endgültigen Zahlen will Aleo noch bekanntgeben. Der Aktienkurs hatte deutlich nachgegeben. Auch der Kurs des Solarworld-Papiers war jüngst unter die Räder gekommen. Zum Wochenschluss präsentierte sich der Anteilsschein rund 2 Prozent leicht im Plus. Aleo verbilligten sich dagegen leicht.

Quelle: n-tv.de