Wirtschaft

Übernahmekampf um ClearwireSprint hat die Nase vorn

21.06.2013, 08:48 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Sprint Nextel legt in der Übernahmeschlacht um das Telekomunternehmen Clearwire noch einmal drauf und überbietet damit das Angebot des Konkurrenten Dish Network. Gelingt die Übernahme, dann könnte Sprint in den USA den Anstand zu Verizon Wireless und AT&T verringern. Sprint wird gerade selbst übernommen.

Der US-Telekombetreiber Sprint Nextel hat sein Übernahmeangebot für den Wettbewerber Clearwire erhöht und macht damit wahrscheinlich das Rennen um den Spezialisten für die mobile Datenübertragung. Der Verwaltungsrat von Clearwire unterstützt das neue Gebot. Mit 5 US-Dollar je Aktie zieht Sprint an der rivalisierenden Offerte von Dish Network vorbei. Der Kabelnetzbetreiber hatte lediglich 4,40 Dollar geboten.

Sprint gehört bereits die Hälfte von Clearwire und wollte sich auch den Rest einverleiben. Dabei war der Telekomkonzern jedoch auf Widerstand von Großaktionären gestoßen, die das erste Angebot als zu niedrig empfanden. Nun dürfte das Vorhaben aber gelingen.

Der Telekombetreiber Sprint ist der drittgrößte Anbieter in den USA. Der Abstand zu den Marktführern Verizon Wireless und AT&T ist aber gewaltig. Zusammen mit Clearwire kann Sprint aber zumindest ein wenig aufschließen.

Sprint wird gerade selbst übernommen. Der japanische Telekom- und Internetkonzern SoftBank will die Amerikaner für 21,6 Milliarden Dollar kaufen.

Clearwire stand fast vor dem Aus

Für Dish ist die drohende Niederlage der zweite Rückschlag innerhalb einer Woche. Der Kabelnetzbetreiber will dringend sein Angebot um Mobilfunkangebote erweitern. Doch der eine Plan misslang: Bei der Übernahme von Sprint machte nicht Dish, sondern Softbank das Rennen. Und nun hat auch der zweite Plan keinen Erfolg: Dish wird wohl auch Clearwire vor der Nase weggeschnappt.

Clearwire war eigentlich ein Unternehmen, das mit hohen Schulden fast vor dem Aus stand. Vor einem Jahr notierte der Aktienkurs nur bei rund einem Dollar. Mit einem großen Spektrum von Mobilfunklizenzen und dem steigenden Bedarf nach Datenübertragungen wurde das Unternehmen aber zu einem begehrten Kaufobjekt.

Endgültig wird über das neue Sprint-Angebot am 8. Juli entschieden. Dann sollen die Clearwire-Aktionäre darüber abstimmen.

Quelle: ntv.de, DJ